Weizenmehl Type 65
Französisches T65 ist in gut sortierten Bioläden, Mühlenläden oder bei Fachhändlern für Backzutaten erhältlich. Type 550 ist eine passende Alternative; die Krume wird damit etwas heller und milder.
Brot aus Nouvelle-Aquitaine
Rustikales Brot aus Nouvelle-Aquitaine mit kräftiger Kruste, kompakter leicht grauer Krume und aromatischer langer Teigführung.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Der Pain Gascon ist ein eigenständiges regionales Brot aus der Gascogne in Nouvelle-Aquitaine. Die Hausfassung verbindet Weizenmehl Type 65, etwas Roggenmehl, Sauerteig und einen kleinen Hefeanteil mit langer Teigruhe, kalter Führung und langsamem Ausbacken mit Dampf im heimischen Backofen.
Kräftige, dunkel gebräunte Kruste; kompakte, leicht graue und dennoch lockere Krume; aromatisch getreidig mit milder Säure und deutlichen Röstaromen.
Schritt für Schritt
Starter, 75 g Weizenmehl und 75 ml Wasser gründlich verrühren. Die Mischung abgedeckt 8–12 Stunden bei etwa 20–22 °C stehen lassen, bis sie sichtbar aufgegangen ist und angenehm säuerlich riecht.
Daran erkennst du es: Der Sauerteig ist sichtbar aufgegangen und riecht angenehm säuerlich.
Weizenmehl und Roggenmehl mit 560 ml Wasser vermischen, bis keine trockenen Stellen mehr zu sehen sind. Den Teig abdecken und 30 Minuten ruhen lassen. Währenddessen kann sich das Mehl vollständig mit dem Wasser verbinden.
Daran erkennst du es: Es sind keine trockenen Mehlstellen mehr sichtbar.
Den reifen Sauerteig unterarbeiten. Die Hefe in den übrigen 40 ml Wasser auflösen und ebenfalls zugeben. Den Teig 6 Minuten langsam kneten, dann das Salz einarbeiten und weitere 4–6 Minuten kneten. Die Teigkonsistenz bleibt weich und leicht klebrig.
Daran erkennst du es: Der Teig ist gleichmäßig verbunden, weich und leicht klebrig.
Den Teig in eine leicht geölte Schüssel legen und 2 Stunden bei etwa 24 °C gehen lassen. Nach 30, 60 und 90 Minuten jeweils einmal von allen Seiten zur Mitte falten.
Daran erkennst du es: Der Teig ist sichtbar aufgegangen und durch die Faltungen straffer geworden.
Die Schüssel abdecken und den Teig 8–12 Stunden bei 4–6 °C im Kühlschrank ruhen lassen. Die lange kalte Führung entwickelt Aroma und erleichtert das Formen.
Daran erkennst du es: Der Teig ist durchgekühlt und aromatisch entwickelt.
Den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und in zwei gleich große Stücke teilen. Jedes Stück vorsichtig zu einem länglichen Laib vorformen und 20 Minuten entspannen lassen. Danach die Laibe zu einer länglichen, leicht gedrehten Form rollen, ohne die Gärgase vollständig herauszudrücken.
Daran erkennst du es: Die Teiglinge lassen sich nach der Entspannungszeit ohne starkes Zurückspringen länglich formen.
Die geformten Laibe mit Schluss nach unten auf Backpapier setzen, abdecken und 60–90 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen. Inzwischen den Backofen mit Backstein oder schwerem Blech auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und die Metallschale auf den Ofenboden stellen.
Daran erkennst du es: Die Laibe sind sichtbar aufgegangen, aber noch nicht überreif.
Wichtig: Die Metallschale wird beim Vorheizen sehr heiß; nur mit geeignetem Ofenhandschuh bewegen.
Die Laibe längs einschneiden, in den Ofen geben und etwa 100 ml heißes Wasser in die Metallschale gießen. 15 Minuten bei 250 °C mit Dampf backen.
Daran erkennst du es: Die Laibe beginnen deutlich aufzugehen und die Oberfläche spannt sich sichtbar.
Wichtig: Beim Eingießen des heißen Wassers entsteht schlagartig heißer Dampf. Gesicht und Hände von der Ofenöffnung fernhalten.
Die Ofentür kurz öffnen, damit der Dampf entweicht, die Schale vorsichtig herausnehmen und die Temperatur auf 210 °C senken. Weitere 35–40 Minuten backen. Anschließend auf 190 °C reduzieren und 15–20 Minuten fertig backen, bis die Kruste kräftig gebräunt ist.
Daran erkennst du es: Die Kruste ist kräftig gebräunt und die Brote wirken beim Klopfen hohl.
Wichtig: Schale und Backstein bleiben sehr heiß; beim Herausnehmen geeignete Ofenhandschuhe verwenden.
Die Brote auf einem Gitter mindestens 2 Stunden auskühlen lassen, bevor du sie anschneidest. So kann sich die kompakte Krume vollständig setzen.
Daran erkennst du es: Die Brote sind vollständig abgekühlt und die Krume lässt sich sauber schneiden.
Gut zu wissen
Französisches T65 ist in gut sortierten Bioläden, Mühlenläden oder bei Fachhändlern für Backzutaten erhältlich. Type 550 ist eine passende Alternative; die Krume wird damit etwas heller und milder.
Roggenmehl Type 130 ist eine französische Type. Type 1150 funktioniert ebenfalls, bringt aber etwas weniger kräftige Röstaromen.
Ein Weizenstarter ergibt ein milderes Aroma, ein Roggenstarter eine erdigere und kräftigere Note. Der Starter sollte sichtbar aktiv und backfähig sein.
Die Krume wird etwas heller und das Aroma milder als mit französischem T65.
Das Type-550-Mehl in derselben Menge verwenden.
Das Brot erhält etwas weniger kräftige Röstaromen.
Das Roggenmehl Type 1150 in derselben Menge verwenden.
Den weichen Teig mit leicht feuchten oder geölten Händen bearbeiten und nur die Arbeitsfläche sparsam bemehlen.
Bei noch nicht geformtem Teig vorsichtig etwas Wasser einarbeiten und ihm anschließend erneut Ruhe geben.
Den Sauerteig verwenden, sobald er sichtbar aufgegangen ist, und die angegebenen Ruhezeiten einhalten.
Die geformten Laibe vor dem Backen etwas länger bei Raumtemperatur gehen lassen, sofern sie noch deutlich unterentwickelt wirken.
Die Metallschale vorheizen, das heiße Wasser vorsichtig eingießen und die ersten 15 Minuten geschlossen backen.
Das Brot vollständig ausbacken und beim nächsten Mal die Dampfphase konsequenter einhalten.
Die Brote mindestens 2 Stunden auf einem Gitter auskühlen lassen.
Die angeschnittenen Stücke weiter auskühlen lassen; die Struktur lässt sich nachträglich nur begrenzt verbessern.
Ein aktiver Weizenstarter macht das Aroma milder und weniger erdig.
Ein aktiver Roggenstarter verstärkt die erdigen und kräftigen Noten des Brotes.
Den Sauerteig am Vorabend ansetzen und die anschließende kalte Teigführung nutzen. Die geformten Laibe am besten erst kurz vor dem Backen aus der Schlussgare in den Ofen geben.
Häufig gefragt
Ja. Weizenmehl Type 550 ist eine passende Alternative. Die Krume wird damit etwas heller und das Aroma milder.
Roggenmehl Type 1150 funktioniert ebenfalls. Das Brot entwickelt damit etwas weniger kräftige Röstaromen.
Du kannst einen aktiven Weizen- oder Roggenstarter verwenden. Weizenstarter schmeckt milder, Roggenstarter erdiger und kräftiger.
Die kompakte Krume setzt sich während des Auskühlens vollständig. Wird das Brot zu früh angeschnitten, kann sie klebrig oder instabil wirken.
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