Tourtière poitevine au poulet

Herzhafte Tourte aus dem Poitou

Herzhafte poitevinische Tourte mit Brisée-Teig, angebratenem Huhn, Wurstfarce, französischem Landrohschinken und geviertelten hart gekochten Eiern.

Zum Rezept
Tourtière poitevine au poulet
Vorbereitung 55 Minuten
Kochen / Backen 67 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 45 Minuten
Gesamtzeit ca. 2 Std. 40 Min.
Menge 6 Portionen
Gerichtsform und Gerichtsart Herzhafte Pasteten und Tartes
Prägende Zutatenfamilie Eier, Fleisch, Weizen
Prägende Zubereitungsverfahren Backen, Braten in wenig Fett, Kochen in Flüssigkeit
Servierrolle Als Hauptgericht vorgesehen

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Der buttrige Brisée-Teig bildet einen knusprigen Rahmen für die saftige, herzhafte Füllung.
  • Angebratenes Huhn, Wurstfarce und Landrohschinken sorgen für unterschiedliche Texturen und eine kräftige Würze.
  • Die geviertelten hart gekochten Eier setzen in der zweischichtigen Füllung markante, cremige Akzente.

Diese eigenständige Tourtière verbindet eine knusprige, buttrige Brisée mit einer kräftigen Füllung aus Huhn, Wurstfarce, Landrohschinken und Eiern. Die zweischichtige Füllung wird in einer runden Form gebacken und kann warm als Hauptgericht oder vollständig ausgekühlt in kräftigen Scheiben serviert werden.

Die Oberfläche wird goldbraun und knusprig, während die Füllung saftig, würzig und fleischig bleibt. Die Eier bringen eine feste, cremige Textur ein; ausgekühlt lassen sich die Scheiben besonders sauber schneiden.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Zubereitung

  1. Teig herstellen und kühlen

    Mehl und Salz mischen. Die kalte Butter in Würfeln dazugeben und mit den Fingerspitzen zu feinen Streuseln verreiben. Das kalte Wasser einarbeiten, den Teig nur kurz zusammenfügen, flach drücken, einwickeln und 30 Minuten kalt stellen.

    30 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig ist gerade zusammengefügt und nicht überknetet.

    • Den Teig nicht länger als nötig bearbeiten, damit er mürbe bleibt.
  2. Eier kochen

    Sechs Eier in kochendem Wasser 7 Minuten garen, kalt abschrecken und schälen. Die Eier vierteln. Zwei Eier bleiben roh: eines kommt in die Wurstfarce, das andere wird später zum Bestreichen verwendet.

    7 Minuten

    Daran erkennst du es: Die sechs Eier sind gekocht, geschält und lassen sich sauber vierteln.

    • Die Eier nach dem Kochen sofort kalt abschrecken, damit sie sich leichter schälen lassen.
  3. Wurstfarce mischen und formen

    Das altbackene Brot zerbröseln und mit dem Weißwein anfeuchten. Schalotten fein hacken und in 15 g Butter bei mittlerer Hitze etwa 3 Minuten glasig dünsten. Mit Wurstfarce, ausgedrücktem Brot, Petersilie und einem rohen Ei vermengen. Mit Salz und Pfeffer würzen und aus der Masse etwa 12 kleine Bällchen formen. Bis zur weiteren Verwendung kalt stellen.

    3 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Schalotten sind glasig, nicht gebräunt; die Wurstbällchen halten ihre Form.

    • Das Brot vor dem Vermengen gut ausdrücken, damit die Farce nicht zu weich wird.

    Wichtig: Rohe Wurstfarce bis zur weiteren Verwendung gekühlt halten.

  4. Füllung anbraten

    15 g Butter in einer großen Pfanne oder schweren Cocotte erhitzen. Das Hühnerfleisch portionsweise rundherum anbraten. Den Landrohschinken und die Wurstbällchen kurz mitbraten, bis alles leicht Farbe angenommen hat. Die Füllung mit wenig Salz und Pfeffer abschmecken; der Schinken bringt bereits Würze mit.

    Daran erkennst du es: Huhn, Schinken und Wurstbällchen haben leicht Farbe angenommen.

    • Das Huhn portionsweise anbraten, damit die Pfanne nicht auskühlt und das Fleisch bräunt statt zu dünsten.

    Wichtig: Rohes Hühnerfleisch und gegarte Zutaten getrennt handhaben; Arbeitsflächen und Hände danach gründlich reinigen.

  5. Ofen und Form vorbereiten

    Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine 24-cm-Form mit der restlichen Butter ausstreichen. Den Teig in zwei ungleiche Stücke teilen, etwa zwei Drittel für den Boden und ein Drittel für den Deckel. Das größere Stück auf wenig Mehl rund ausrollen, die Form damit auskleiden und einen kleinen Rand hochziehen.

    180 °C

    Daran erkennst du es: Der Teig liegt ohne große Lücken in der Form und bildet einen kleinen Rand.

    • Den Teig beim Ausrollen nur sparsam bemehlen, damit die Oberfläche nicht trocken wird.
  6. Füllung einschichten

    Die Hälfte der Hühner-Schinken-Mischung in die Form geben. Die Wurstbällchen und die geviertelten Eier dazwischen verteilen, anschließend mit der restlichen Füllung bedecken.

    Daran erkennst du es: Die Eier und Wurstbällchen sind gleichmäßig zwischen den beiden Füllungsschichten verteilt.

    • Die Füllung nicht fest zusammendrücken, damit die Tourte saftig bleibt.
  7. Deckel auflegen und bestreichen

    Das zweite Teigstück ausrollen und als Deckel auflegen. Die Ränder von Boden und Deckel gut zusammendrücken und sauber verschließen. Das verbliebene Ei verquirlen und die Oberfläche damit bestreichen. In die Mitte ein kleines Loch schneiden; ein zu einem Röhrchen gerolltes Stück Backpapier kann als kleine Dampfsäule eingesetzt werden.

    Daran erkennst du es: Der Rand ist rundum verschlossen und die Oberfläche gleichmäßig mit Ei bestrichen.

    • Das Dampfröhrchen unterstützt den Dampfabzug und verhindert, dass die Deckelmitte zu stark aufreißt.

    Wichtig: Beim späteren Entfernen des Dampfröhrchens auf heißen Dampf achten.

  8. Backen und ruhen lassen

    Die Tourtière bei 180 °C etwa 60 Minuten backen. Wird die Oberfläche zu dunkel, die Form locker mit Backpapier oder Aluminiumfolie abdecken. Nach dem Backen 15 Minuten ruhen lassen, das Dampfröhrchen entfernen und die Pastete warm oder vollständig ausgekühlt in Stücke schneiden.

    60 Minuten 180 °C

    Daran erkennst du es: Die Oberfläche ist goldbraun und der Teigrand vollständig durchgebacken.

    • Während des Backens kann die Form bei Bedarf locker abgedeckt werden, ohne die Oberfläche fest anzudrücken.

    Wichtig: Die Füllung vor dem Servieren vollständig heiß durchbacken; beim Öffnen des Dampfröhrchens kann heißer Dampf austreten.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Teig schonend bearbeiten: Der Brisée-Teig wird nur kurz zusammengefügt. Übermäßiges Kneten kann ihn zäh machen und die spätere Krume beeinträchtigen.
  • Salz vorsichtig dosieren: Der Landrohschinken und die Wurstfarce bringen bereits Würze mit. Deshalb die Füllung erst nach dem Anbraten zurückhaltend salzen.
  • Füllung nicht zu heiß einschichten: Die angebratene Füllung sollte vor dem Einschichten nicht mehr stark dampfen, damit der Teigboden möglichst knusprig bleibt.

Zutatenwissen

Landrohschinken auswählen

Jambon de pays ist ein französischer Landrohschinken, wie er in französischen Feinkostläden, an gut sortierten Käsetheken oder in manchen gut ausgestatteten Supermärkten erhältlich ist. Ein milder luftgetrockneter Rohschinken funktioniert ebenfalls, macht die Füllung aber etwas weniger rustikal und salzig.

Eier aufteilen

Von den acht Eiern werden sechs gekocht und geviertelt. Ein Ei bindet die Wurstfarce, das letzte Ei wird zum Bestreichen der Oberfläche verwendet.

Butter mehrfach verwenden

Die Buttermenge für die Füllung wird auf das Dünsten der Schalotten, das Anbraten und das Ausstreichen der Form verteilt.

Sinnvolle Alternativen

Milder luftgetrockneter Rohschinken

Die Füllung wird etwas milder, weniger rustikal und meist weniger salzig.

Den französischen Landrohschinken im gleichen Gewicht durch milden luftgetrockneten Rohschinken ersetzen und die Füllung erst danach abschmecken.

Typische Fehler und ihre Lösung

Der Teig wird zäh statt mürbe.

Butter und Wasser kalt verwenden und den Teig nur kurz zusammenfügen.

Den Teig nochmals kalt stellen und beim Ausrollen möglichst wenig bearbeiten.

Der Boden bleibt weich oder durchweicht.

Die Füllung kurz abkühlen lassen und das Brot gut ausdrücken.

Die Tourtière weiterbacken, bis der Rand deutlich gebräunt ist; beim nächsten Mal die Füllung vor dem Einschichten abkühlen lassen.

Die Füllung schmeckt zu salzig.

Erst nach dem Anbraten abschmecken und Salz sparsam ergänzen.

Die Füllung mit ungesalzenen Bestandteilen strecken, sofern noch nicht eingeschichtet.

Die Oberfläche wird zu dunkel, bevor die Tourtière fertig gebacken ist.

Die Tourtière nach Bedarf locker mit Backpapier oder Aluminiumfolie abdecken.

Die Oberfläche sofort locker abdecken und die Backzeit fortsetzen.

Servieren und kombinieren

  • Warm als Hauptgericht: Die Tourtière nach der 15-minütigen Ruhezeit warm in Stücke schneiden und als kräftiges Hauptgericht servieren.
  • Ausgekühlt in Scheiben: Die Pastete vollständig auskühlen lassen und in kräftigen Scheiben servieren. So lassen sich die Schichten besonders sauber erkennen.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Teig, gekochte Eier und die gegarte Füllung können bis zu 12 Stunden vorher vorbereitet und getrennt gekühlt werden. Die Tourtière erst kurz vor dem Backen zusammensetzen, damit der Teigboden möglichst knusprig bleibt.

Aufbewahren

Die vollständig abgekühlte Tourtière abdecken und im Kühlschrank lagern. Vor dem Servieren gewünschte Stücke entnehmen.

Gegarte Geflügel- und Eierspeisen nicht länger als etwa 2 Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen.

Einfrieren

Eier und Teig können nach dem Einfrieren an Qualität verlieren; die Scheiben werden möglicherweise weicher oder brüchiger.

Aufwärmen

  • Backofen: Ein Stück oder die ganze Tourtière abgedeckt im vorgeheizten Backofen erwärmen; zum Schluss kurz ohne Abdeckung nachwärmen, damit der Teig wieder knuspriger wird.

Allergene und Nährwerte

  • Glutenhaltiges Getreide: enthält · Weizenmehl und Weißbrot sind ausdrücklich enthalten.
  • Eier: enthält · Die Eier werden gekocht, zur Bindung der Farce und zum Bestreichen verwendet.
  • Milch: enthält · Butter ist im Teig und in der Füllung enthalten.

Lebensmittelsicherheit

  • Umgang mit rohem Hühnerfleisch: Rohes Hühnerfleisch getrennt von verzehrfertigen Zutaten und Arbeitsflächen handhaben. Hände, Schneidebrett, Messer und Arbeitsflächen nach dem Anbraten gründlich reinigen.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Wird die Tourtière warm oder kalt serviert?

Beides ist möglich. Nach einer Ruhezeit von 15 Minuten kann sie warm serviert werden; vollständig ausgekühlt lässt sie sich besonders sauber in kräftige Scheiben schneiden.

Was kann ich statt Jambon de pays verwenden?

Milder luftgetrockneter Rohschinken ist eine passende Alternative. Dadurch wird die Füllung etwas weniger rustikal und salzig.

Warum werden acht Eier unterschiedlich verwendet?

Sechs Eier werden gekocht und geviertelt, eines bindet die Wurstfarce und das letzte Ei wird zum Bestreichen der Oberfläche verwendet.

Wie bleibt der Teigboden knusprig?

Den Teig nur kurz bearbeiten, die Füllung nicht sehr heiß einschichten und die angebratene Mischung vor dem Einfüllen kurz abkühlen lassen.

Aus unserer Küche

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