Weizenmehl Type 65 und Type 80
Die Mehlmischung prägt Farbe, Teigstruktur und Geschmack. Type 65 wird im Teig mit Type 80 kombiniert; Type 80 wird zusätzlich zum Formen und Bestäuben verwendet.
Brot aus dem Limousin
Rustikales WeizenSauerteig auf Weizenbasis, dessen aktive Mikroorganismen Säure, Aroma und Lockerung mitentwickeln.-Sauerteigbrot aus dem Limousin mit vier langen, mehrfach gedrehten Laiben, goldbrauner Kruste und lockerer, unregelmäßiger Krume.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Pain tourné bezeichnet ein Weizenbrot mit charakteristischer gedrehter Form. Die Torsade prägt das Aussehen der Laibe und sorgt beim Backen für eine rustikale Kruste mit markanter Öffnung. Diese Hausfassung verbindet Weizenmehl Type 65 und Type 80 mit einer langen Sauerteigführung.
Die Laibe haben eine kräftig goldbraune, rustikale Kruste und eine lockere, unregelmäßige Krume. Erwartbar sind ein mild-aromatischer Weizengeschmack, eine leichte Sauerteignote und ein elastischer Biss.
Schritt für Schritt
Beide Mehle mit 600 ml Wasser vermischen, bis keine trockenen Stellen mehr zu sehen sind. Die Schüssel abdecken und den Teig 60 Minuten ruhen lassen.
Daran erkennst du es: Keine trockenen Mehlstellen mehr sichtbar.
Den Sauerteig und das Salz mit den übrigen 50 ml Wasser zur Teigmasse geben. Von Hand etwa 8 bis 10 Minuten kneten. In der Küchenmaschine 5 Minuten langsam und anschließend 2 Minuten etwas schneller kneten. Der Teig soll weich und elastisch sein und ungefähr 24 bis 25 °C erreichen.
Daran erkennst du es: Der Teig ist weich, elastisch und zusammenhängend.
Den Teig abgedeckt 2 bis 2½ Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen. Nach 45 und nach 90 Minuten jeweils einmal von allen Seiten zur Mitte falten. Die Stockgare ist beendet, wenn der Teig sichtbar aufgegangen und luftiger geworden ist.
Daran erkennst du es: Der Teig ist sichtbar aufgegangen und luftiger geworden.
Den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und in 4 Stücke von jeweils etwa 465 g teilen. Jedes Stück locker rundwirken, abdecken und 20 Minuten entspannen lassen.
Daran erkennst du es: Die Teiglinge lassen sich nach der Ruhezeit leichter länglich formen.
Die Teiglinge zu etwa 35 cm langen, leicht zugespitzten Strängen formen. Jeden Strang vorsichtig in sich verdrehen, sodass eine gut erkennbare Torsade entsteht. Je 2 Teiglinge auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und 75 bis 90 Minuten abgedeckt gehen lassen.
Daran erkennst du es: Die Teiglinge sind sichtbar aufgegangen und behalten ihre gedrehte Form.
Den Backofen mit Backstein oder Backstahl auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine ofenfeste Schale mit aufheizen. Die Teiglinge nicht zusätzlich tief einschneiden; die gedrehte Form gibt der Kruste ihre charakteristische Öffnung.
Wichtig: Beim Umgang mit der aufgeheizten Schale und dem späteren Dampf hitzefeste Handschuhe verwenden.
Ein Blech einschieben, eine Tasse heißes Wasser in die aufgeheizte Schale geben und die Ofentür sofort schließen. 10 Minuten bei 250 °C backen.
Daran erkennst du es: Die Teiglinge beginnen sichtbar aufzugehen und die Oberfläche bleibt zunächst elastisch.
Wichtig: Beim Öffnen der Ofentür tritt sehr heißer Dampf aus; Gesicht und Hände zurückhalten.
Die Schale vorsichtig herausnehmen, die Temperatur auf 230 °C reduzieren und weitere 22 bis 28 Minuten backen, bis die Laibe kräftig goldbraun sind.
Daran erkennst du es: Die Laibe sind kräftig goldbraun gebacken.
Wichtig: Die Schale bleibt sehr heiß und darf nur mit hitzefesten Handschuhen herausgenommen werden.
Das zweite Blech ebenso backen: zunächst 10 Minuten mit Dampf bei 250 °C, anschließend ohne Schale bei 230 °C weitere 22 bis 28 Minuten, bis die Laibe kräftig goldbraun sind.
Daran erkennst du es: Auch die Laibe des zweiten Blechs sind kräftig goldbraun.
Wichtig: Vor jedem Öffnen des Ofens auf austretenden heißen Dampf achten.
Die Pain tourné auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen. Erst danach anschneiden, damit sich die Krume setzen kann.
Daran erkennst du es: Die Laibe sind vollständig abgekühlt und die Krume hat sich gesetzt.
Gut zu wissen
Die Mehlmischung prägt Farbe, Teigstruktur und Geschmack. Type 65 wird im Teig mit Type 80 kombiniert; Type 80 wird zusätzlich zum Formen und Bestäuben verwendet.
Der flüssige Weizensauerteig sollte sichtbar aktiv sein und die angegebene Hydration von 100 % haben, damit die Teigkonsistenz der Hausfassung entspricht.
Das Brot wird etwas heller und im Geschmack milder.
Type 65 durch Type 550 und Type 80 durch Type 1050 ersetzen. Für das Formen ebenfalls Type 1050 verwenden.
Die Teigentwicklung dauert etwas länger und erfordert mehr Aufmerksamkeit für Elastizität und Temperatur.
Den Teig von Hand etwa 8 bis 10 Minuten kneten, bis er weich, elastisch und zusammenhängend ist.
Die Arbeitsfläche und Hände nur leicht bemehlen und überschüssiges Mehl vor dem Formen entfernen.
Die Teiglinge vorsichtig weiter entspannen lassen und beim Formen kein zusätzliches Mehl mehr einarbeiten.
Auf sichtbares Aufgehen und eine luftigere Teigstruktur achten, statt ausschließlich nach der Uhr zu arbeiten.
Wenn die Teiglinge noch straff wirken, die Stückgare vorsichtig verlängern.
Wasser bereitstellen, zügig eingießen und die Ofentür sofort schließen.
Die Backzeit normal fortsetzen; eine nachträgliche Dampferzeugung ersetzt die erste Phase nur begrenzt.
Die Laibe mindestens 60 Minuten auf einem Gitter auskühlen lassen.
Den Laib wieder auf das Gitter legen und vollständig auskühlen lassen.
Häufig gefragt
Ja. Type 65 kann durch Weizenmehl Type 550 und Type 80 durch Type 1050 ersetzt werden; für das Formen ebenfalls Type 1050 verwenden. Das Brot wird damit etwas heller und im Geschmack milder.
Die gedrehte Form ist das charakteristische Merkmal des Pain tourné. Sie prägt die rustikale Optik und unterstützt die markante Öffnung der Kruste.
Die Laibe sollten mindestens 60 Minuten auf einem Gitter vollständig auskühlen, bevor sie angeschnitten werden.
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