Tourte de seigle auvergnate aux noix

Rustikales Roggenbrot aus der Auvergne

Kräftiges, rundes 100-%-Roggenbrot mit aktivem Roggensauerteig, dunkler Kruste, dichter feuchter Krume und grob gehackten Walnüssen.

Zum Rezept
Tourte de seigle auvergnate aux noix
Vorbereitung 25 Minuten
Kochen / Backen 50 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 32 Std. 15 Min.
Gesamtzeit ca. 33 Stunden
Menge 1 Brot
Gerichtsform und Gerichtsart Brote
Prägende Zutatenfamilie Getreide, Nüsse und Samen
Prägende Zubereitungsverfahren Backen, Fermentieren
Geprüfte Rezept-Eignung Vegan

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Der vollständig aus Roggen bestehende Teig entwickelt eine dichte, saftige Krume und braucht keine elastische Glutenentwicklung.
  • Die lange Reife des Roggensauerteigs bringt eine angenehm säuerliche Tiefe in das kräftige Brot.
  • Die kalte Teigruhe verlängert die Aromabildung, während die heiße Backfläche für eine dunkle, charakteristische Kruste sorgt.
  • Grob gehackte Walnüsse ergänzen die erdige Roggennote mit nussigem Aroma und Biss.

Die Tourte de seigle auvergnate aux noix ist ein kräftiges, rundes Roggenbrot mit dunkler Kruste, dichter Krume und nussigem Biss. Die konkrete Rezepttradition ist in der Auvergne verankert, die heute zur Region Auvergne-Rhône-Alpes gehört. Für den Haushaltsbackofen wird das Brot mit aktivem Roggensauerteig, RoggenmehlRoggenmehl wird aus Roggenkörnern gemahlen und verleiht Broten ein kräftiges Aroma sowie eine dunklere Farbe. und Walnüssen gebacken.

Außen dunkel und kräftig ausgebacken, innen feucht, dicht und weich mit leicht säuerlichem Roggenaroma. Die grob gehackten Walnüsse sorgen für nussige Akzente und angenehmen Biss.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Sauerteig ansetzen

  1. Sauerteig verrühren

    Anstellgut, Roggenmehl und Wasser in der Rührschüssel gründlich verrühren. Die Schüssel abdecken und den Ansatz 6–10 Stunden bei 24–26 °C stehen lassen, bis er sichtbar aufgegangen ist und angenehm säuerlich riecht.

    8 Stunden 25 °C

    Daran erkennst du es: Der Ansatz ist sichtbar aufgegangen und riecht angenehm säuerlich.

    • Bei kühler Raumtemperatur kann die Reife länger dauern.
    • Der Ansatz sollte aktiv wirken, aber nicht unangenehm oder scharf riechen.

Hauptteig, Gare und Backen

  1. Hauptteig mischen

    Roggenmehl, Wasser, reifen Sauerteig und Salz in die Rührschüssel geben. Mit dem Knethaken auf niedriger Stufe oder mit einem stabilen Kochlöffel 3–4 Minuten vermengen. Der Teig bleibt weich und klebrig; bei Roggenteig ist keine elastische Glutenentwicklung zu erwarten.

    4 Minuten

    Daran erkennst du es: Alle Zutaten sind gleichmäßig verbunden und der Teig bleibt weich und klebrig.

    • Nicht länger als nötig mischen, da keine elastische Glutenstruktur entstehen soll.
  2. Walnüsse einarbeiten und Teig ruhen lassen

    Die grob gehackten Walnüsse kurz und gleichmäßig unterarbeiten. Den Teig abdecken und 45 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen. Nach 20 Minuten die Teigmasse einmal mit einer angefeuchteten Teigkarte von außen zur Mitte legen.

    45 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Walnüsse sind gleichmäßig verteilt und der Teig hat sichtbar geruht.

    • Die Teigkarte leicht anfeuchten, damit der klebrige Roggenteig weniger haftet.
  3. Kalte Gare

    Den abgedeckten Teig 12–15 Stunden bei etwa 4–6 °C im Kühlschrank ruhen lassen.

    13 Stunden 5 °C

    Daran erkennst du es: Der Teig ist durchgekühlt und hat die vorgesehene lange Ruhezeit absolviert.

    • Die Schüssel gut abdecken, damit die Teigoberfläche nicht austrocknet.
  4. Tourte formen und Stückgare

    Arbeitsfläche und Hände großzügig mit Roggenmehl bestäuben. Den Teig mit der Teigkarte aus der Schüssel lösen, ohne ihn zu entgasen, und vorsichtig zu einer runden, eher flachen Kugel formen. Die Naht nach unten in das gut bemehlte Gärkörbchen setzen und 45–75 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen.

    60 Minuten

    Daran erkennst du es: Der geformte Teig ist sichtbar gelockert, bleibt aber noch stabil genug zum Stürzen.

    • Den Teig möglichst schonend behandeln, damit die eingeschlossene Gärstruktur erhalten bleibt.
    • Roggenteig nicht wie Weizenteig straffwirken.
  5. Ofen und Backfläche vorheizen

    Einen Backstein, Backstahl oder ein umgedrehtes, schweres Backblech auf der mittleren Schiene platzieren. Ein leeres Metallblech für Dampf auf die untere Schiene stellen und den Backofen auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

    250 °C
    • Die Backfläche vollständig durchheizen lassen, bevor das Brot eingeschossen wird.
  6. Brot stürzen und bedampfen

    Das Brot auf Backpapier stürzen. Nicht einschneiden; die Naht darf beim Backen charakteristisch aufreißen. Das Brot auf den heißen Backstein, Backstahl oder das Blech setzen, 150 ml heißes Wasser in das untere Blech gießen und den Ofen sofort schließen.

    250 °C

    Daran erkennst du es: Das Brot liegt stabil auf der heißen Backfläche und der Ofen ist unmittelbar wieder geschlossen.

    • Das Brot vorsichtig stürzen, damit die weiche Teigstruktur nicht zusammengedrückt wird.

    Wichtig: Beim Eingießen des heißen Wassers entstehen schlagartig heißer Dampf und Spritzer; Hände und Gesicht vom Dampf fernhalten.

  7. Brot ausbacken

    15 Minuten bei 250 °C backen. Dann die Ofentür kurz öffnen, den Dampf entweichen lassen und die Temperatur auf 220 °C senken. Weitere 30–35 Minuten backen, bis die Kruste dunkel ausgebacken ist.

    50 Minuten 250 °C

    Daran erkennst du es: Die Kruste ist dunkel ausgebacken und das Brot wirkt fest.

    • Die Ofentür nur kurz öffnen, damit die Backtemperatur nicht unnötig stark abfällt.

    Wichtig: Beim Öffnen kann heißer Dampf entweichen; die Ofentür vorsichtig und mit Abstand öffnen.

  8. Vollständig auskühlen lassen

    Das Brot auf ein Kühlgitter setzen und vollständig auskühlen lassen. Wegen der feuchten, dichten Roggenkrume idealerweise erst nach 8–12 Stunden anschneiden.

    10 Stunden

    Daran erkennst du es: Das Brot ist vollständig ausgekühlt und die Krume kann sauber geschnitten werden.

    • Das lange Auskühlen ist bei dichter Roggenkrume besonders wichtig.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Roggenteig bleibt klebrig: Bei einem 100-%-Roggenteig ist keine elastische Glutenentwicklung zu erwarten. Der Teig darf weich und klebrig bleiben; entscheidend sind gleichmäßiges Vermengen und schonendes Formen.
  • Kalte Teigruhe: Die 12–15-stündige Ruhe im Kühlschrank ist ein zentraler Bestandteil der Rezeptführung und unterstützt die kräftige Aromatik des Brotes.
  • Nicht einschneiden: Die Tourte wird vor dem Backen nicht eingeschnitten. Die Naht darf beim Ofentrieb charakteristisch aufreißen.
  • Geduld beim Anschneiden: Die feuchte, dichte Roggenkrume sollte idealerweise 8–12 Stunden auskühlen, bevor das Brot angeschnitten wird.

Zutatenwissen

Roggenmehl Type 170

Roggenmehl Type 170 ist am zuverlässigsten in Bioläden, Mühlenläden und gut sortierten Backregalen erhältlich. Als Ersatz für die insgesamt 300 g Roggenmehl Type 170 können 240 g Roggenmehl Type 115 und 60 g Roggenvollkornmehl verwendet werden; die Krume wird dann etwas heller und das Aroma milder.

Aktives Roggen-Anstellgut

Aktives Roggen-Anstellgut ist gelegentlich in handwerklichen Bäckereien oder im Backfachhandel erhältlich. Ein aktives Weizen-Anstellgut ist als Ersatz möglich; das Brot schmeckt dann weniger erdig und etwas milder.

Walnüsse grob hacken

Die Walnüsse nur grob hacken und kurz unterarbeiten, damit sie im fertigen Brot als nussige Stücke und nicht nur als feine Einlage wahrnehmbar bleiben.

Sinnvolle Alternativen

Roggenmehl Type 115 und Roggenvollkornmehl

Die Krume wird etwas heller und das Aroma milder als mit Type 170.

Die beiden Roggenmehle für die 300 g im Sauerteig und Hauptteig zusammen verwenden. Das unquantifizierte Mehl zum Bestäuben nach Bedarf ergänzen.

Aktives Weizen-Anstellgut

Das Brot schmeckt weniger erdig und etwas milder.

Das aktive Weizen-Anstellgut in gleicher Menge wie das Roggen-Anstellgut verwenden und den Sauerteig wie beschrieben reifen lassen.

Typische Fehler und ihre Lösung

Der Teig wird unnötig lange bearbeitet und bleibt trotzdem nicht elastisch.

Nur 3–4 Minuten auf niedriger Stufe oder mit einem stabilen Kochlöffel vermengen.

Sobald alle Zutaten verbunden sind, den Teig ruhen lassen und nicht weiterkneten.

Die Krume wirkt beim Schneiden schmierig oder klebt am Messer.

Das Brot 8–12 Stunden auf dem Gitter auskühlen lassen.

Das restliche Brot weiter auskühlen lassen und erst danach erneut schneiden.

Die geformte Tourte wird flach und verliert ihre Gärstruktur.

Den Teig vorsichtig mit der Teigkarte lösen und ohne Entgasen rund formen.

Die geformte Tourte nochmals kurz ruhen lassen und anschließend wie vorgesehen backen.

Das Brot entwickelt eine schwache Kruste und wenig Ofentrieb.

Die Backfläche während des Vorheizens vollständig auf 250 °C bringen.

Das Brot vollständig ausbacken, auch wenn die Kruste etwas heller bleibt.

Varianten

Mildere Sauerteignote

Eine mildere Variante entsteht durch aktives Weizen-Anstellgut anstelle des Roggen-Anstellguts.

Roggenbrot ohne Walnüsse

Für eine schlichtere Tourte können die Walnüsse weggelassen werden; das Brot bleibt ein kräftiges Roggenbrot, verliert aber den nussigen Biss.

Servieren und kombinieren

  • Mit kräftigem Bergkäse: Die dichte, säuerliche Roggenkrume passt zu kräftigem Bergkäse. Das Brot in nicht zu dünne Scheiben schneiden, damit die Krume und die Walnüsse gut zur Geltung kommen.
  • Mit Butter und Honig: Butter und Honig setzen einen milden, süßen Kontrast zur dunklen Roggenkruste und zur säuerlichen Krume.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Den gemischten und abgedeckten Teig für die vorgesehene kalte Teigruhe 12–15 Stunden im Kühlschrank aufbewahren. Anschließend formen, Stückgare durchführen und backen.

Allergene und Nährwerte

  • Glutenhaltiges Getreide (Roggen): enthält · Das Rezept verwendet Roggenmehl und Roggen-Anstellgut.
  • Schalenfrüchte (Walnüsse): enthält · Die Walnüsse sind als feste Zutat im Hauptteig enthalten.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Wodurch kann ich Roggenmehl Type 170 ersetzen?

Für die insgesamt benötigten 300 g können 240 g Roggenmehl Type 115 und 60 g Roggenvollkornmehl verwendet werden. Die Krume wird dadurch etwas heller und das Aroma milder.

Kann ich Weizen-Anstellgut verwenden?

Ja. Aktives Weizen-Anstellgut ist als Ersatz möglich; das Brot schmeckt dann weniger erdig und etwas milder.

Warum wird die Tourte nicht eingeschnitten?

Die Naht darf beim Backen charakteristisch aufreißen. Deshalb wird das Brot vor dem Einschießen nicht eingeschnitten.

Wann kann ich das Brot anschneiden?

Wegen der feuchten, dichten Roggenkrume idealerweise erst nach 8–12 Stunden vollständiger Auskühlzeit.

Aus unserer Küche

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