Saucisse blanche
Die elsässische Saucisse blanche wird aus der Haut gedrückt und direkt mit den marinierten Fleischstreifen vermengt. Eine milde rohe Kalbsbratwurst ist als Ersatz möglich, verändert aber Würzung und Charakter der Füllung.
Pâté en croûte · Elsass, Grand Est
Elsässischer Pâté en croûte mit Schweinefleisch, Kalbfleisch und Saucisse blanche, in einer knusprigen Teighülle gebacken und mit Gelée vollendet.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Diese elsässische Pastete verbindet dünne Streifen von Schwein und Kalb mit würziger Saucisse blanche, Kräutern und trockenem Riesling. Nach zwölf Stunden Marinierzeit wird die Füllung in eine buttrige Teighülle geschichtet, gebacken und anschließend mit Gelée ausgegossen. Durch die lange Kühlzeit lässt sich der Pâté en croûte sauber in Scheiben schneiden.
Außen goldbraun und mürbe, innen saftig und kompakt mit deutlich erkennbaren Fleischstreifen. Riesling, Wacholder und Kräuter geben der Füllung würzige, leicht harzige und mineralische Akzente; die Gelée sorgt für einen kühlen, glatten Anschnitt.
Schritt für Schritt
Mehl und Salz mischen. Die kalte Butter in Würfeln dazugeben und mit den Fingerspitzen zu feinen Streuseln verreiben. Eier und Wasser einarbeiten, bis ein glatter Teig entsteht. Nicht lange kneten. Den Teig flach drücken, abdecken und 60 Minuten kühl stellen.
Daran erkennst du es: Der Teig ist glatt und gerade verbunden, ohne lange ausgeknetet worden zu sein.
Schweine- und Kalbsschulter in etwa 2 cm lange, dünne Streifen schneiden. Zwiebel grob würfeln und mit Petersilie, Lorbeer, Thymian, Nelken, Wacholderbeeren und Riesling zur Fleischmischung geben. Abgedeckt 12 Stunden im Kühlschrank marinieren.
Daran erkennst du es: Das Fleisch ist vollständig mit der Marinade benetzt und bleibt während der gesamten Marinierzeit gekühlt.
Wichtig: Das rohe Fleisch während der gesamten Marinierzeit im Kühlschrank aufbewahren.
Das marinierte Fleisch abtropfen lassen. Lorbeer, Thymian, Nelken und Wacholderbeeren entfernen. Zwiebel und Petersilie fein hacken. Fleisch, Zwiebel, Petersilie und die aus der Haut gedrückte Saucisse blanche mit Salz und weißem Pfeffer gründlich vermengen.
Daran erkennst du es: Die Wurstmasse und die Fleischstreifen sind gleichmäßig mit Zwiebel, Petersilie und Gewürzen vermengt.
Den Backofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Kastenform mit Butter ausstreichen. Zwei Drittel des Teigs auf wenig Mehl etwa 4 mm dick ausrollen und die Form damit auskleiden. Einen ausreichend breiten Rand überstehen lassen.
Daran erkennst du es: Der Teig liegt gleichmäßig in der Form und der Rand steht rundum über.
Die Fleischmasse portionsweise in die Form geben und jeweils fest andrücken, damit möglichst keine Hohlräume entstehen. Den übrigen Teig als Deckel ausrollen und auflegen. Die Ränder gut zusammendrücken und überstehenden Teig abschneiden.
Daran erkennst du es: Die Füllung ist kompakt eingeschichtet und der Teigdeckel schließt rundum dicht.
Eigelb mit Wasser verrühren und die Oberfläche bestreichen. Zwei kleine Öffnungen in den Deckel schneiden und mit zusammengerollten Streifen Backpapier als Schornsteine offen halten.
Daran erkennst du es: Die Oberfläche ist gleichmäßig mit Eigelb bestrichen und beide Öffnungen bleiben offen.
Den Pâté en croûte 10 Minuten bei 220 °C backen. Die Temperatur auf 180 °C reduzieren und weitere 50–60 Minuten backen. Die Füllung soll im Kern mindestens 70–72 °C erreichen. Falls die Oberfläche zu dunkel wird, locker mit Backpapier abdecken.
Daran erkennst du es: Die Teighülle ist goldbraun und die Füllung erreicht im Kern mindestens 70–72 °C.
Wichtig: Die Fleischfüllung vollständig durchgaren und die angegebene Kerntemperatur kontrollieren.
Den Pâté en croûte aus dem Ofen nehmen und 45 Minuten abkühlen lassen. Den Fond erwärmen, aber nicht kochen lassen. Gelatinepulver darin vollständig auflösen.
Daran erkennst du es: Die Gelatine ist vollständig gelöst und der Fond bleibt klar und flüssig.
Wichtig: Den heißen Fond vorsichtig handhaben und nicht sprudelnd kochen lassen.
Die warme Gelée langsam durch die Schornsteine einfüllen. Den Pâté en croûte anschließend vollständig auskühlen lassen und mindestens 12 Stunden im Kühlschrank durchkühlen, damit die Gelée fest wird. Vor dem Servieren vorsichtig aus der Form lösen und in Scheiben schneiden.
Daran erkennst du es: Die Gelée ist fest und der Pâté en croûte lässt sich in saubere Scheiben schneiden.
Wichtig: Nach dem Abkühlen vollständig gekühlt aufbewahren.
Gut zu wissen
Die elsässische Saucisse blanche wird aus der Haut gedrückt und direkt mit den marinierten Fleischstreifen vermengt. Eine milde rohe Kalbsbratwurst ist als Ersatz möglich, verändert aber Würzung und Charakter der Füllung.
Ein trockener elsässischer Riesling unterstützt die Marinade mit frischer, mineralischer Säure. Ein trockener Weißwein funktioniert ebenfalls, wirkt aber meist weniger regionaltypisch.
Die Gelatine wird im warmen, nicht kochenden Fond gelöst und durch die Schornsteine in die gebackene Pastete eingefüllt. Erst die lange Kühlung lässt die Gelée fest werden.
Die Füllung wird etwas kräftiger und weniger fein gewürzt.
Die Kalbsbratwurst aus der Haut drücken und an derselben Stelle wie die Saucisse blanche unter die marinierte Fleischmischung arbeiten.
Die Marinade wird etwas weniger aromatisch und mineralisch.
Den trockenen Weißwein in gleicher Menge für die Marinade verwenden.
Butter kalt verwenden, den Teig nur kurz bearbeiten und die Teigruhe im Kühlschrank einhalten.
Den Teig nochmals kühlen, bevor er ausgerollt wird.
Die Füllung schrittweise einlegen und jede Lage sorgfältig verdichten.
Große Hohlräume lassen sich nach dem Backen nicht vollständig beheben; die Gelée kann nur kleinere Zwischenräume ausfüllen.
Nach den ersten 10 Minuten auf 180 °C reduzieren und die Oberfläche bei Bedarf locker mit Backpapier abdecken.
Die Oberfläche locker abdecken und weiterbacken, bis die Kerntemperatur erreicht ist.
Gelatine gründlich auflösen und mindestens 12 Stunden im Kühlschrank kühlen.
Die Pastete weiter kühlen; ein späterer Anschnitt kann die Gelée noch stabilisieren.
Eine zugängliche Variante mit trockenem Weißwein statt elsässischem Riesling.
Die Saucisse blanche wird durch eine milde rohe Kalbsbratwurst ersetzt.
Der Pâté en croûte kann am Vortag vollständig gebacken, mit Gelée gefüllt und gekühlt werden. Vor dem Servieren gut durchgekühlt aus der Form lösen und aufschneiden.
Nach dem Abkühlen und Gelieren durchgehend gekühlt aufbewahren. Zum Servieren nur die benötigte Menge entnehmen und den Rest anschließend wieder kühlen.
Das Fleischgericht nicht längere Zeit ungekühlt stehen lassen.
Das Einfrieren ist wegen Teighülle und Gelée qualitativ nicht empfohlen; die Gelée kann nach dem Auftauen an Struktur verlieren.
Häufig gefragt
Der Pâté en croûte ist für etwa 8–10 Portionen ausgelegt.
Die Gelée muss fest werden, damit die Pastete beim Aufschneiden stabil bleibt und saubere Scheiben entstehen.
Eine milde rohe Kalbsbratwurst ist eine mögliche Alternative. Die Füllung wird dadurch etwas kräftiger und weniger fein gewürzt.
Ja. Ein trockener Weißwein kann den Riesling ersetzen, macht die Marinade aber etwas weniger aromatisch und mineralisch.
Unabhängig von Google Analytics verwenden wir eine cookielose, selbst betriebene Reichweitenstatistik mit Plausible. Sie erhält keine Kontodaten, Suchbegriffe oder URL-Parameter. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.
Aus unserer Küche
Kommentare zum Rezept
Wie hat es dir geschmeckt? Teile deine Erfahrungen oder stelle eine Frage.
Kommentare werden geladen …