Weizenmehl Type 65
Französisches T65 ist in gut sortierten Bioläden, Mühlenläden und im Backfachhandel erhältlich. Deutsches Weizenmehl Type 550 ist eine passende Alternative; die Krume wird meist etwas heller und der Geschmack milder.
Normandie · Bessin
Pain brié ist ein festes normannisches Sauerteigbrot mit dichter Krume, kräftiger Kruste und besonders engem Bezug zum Bessin im Calvados.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Dieses Pain brié wird mit aktivem Weizensauerteig, französisch geprägten Weizenmehlen und einem festen Teig zubereitet. Intensives Bearbeiten und kräftiges Ausbacken prägen seine kompakte Struktur und die markante Kruste.
Außen kräftig goldbraun und knusprig, innen dicht, elastisch und eher kompakt mit mild-säuerlichem Weizenaroma.
Schritt für Schritt
Weizenmehl Type 65 und Type 80 in der Rührschüssel mischen. 200 ml des Teigwassers hinzufügen und nur so lange verrühren, bis keine trockenen Stellen mehr vorhanden sind. Abdecken und 20 Minuten ruhen lassen.
Weizensauerteig, Salz und die übrigen 20 ml Teigwasser zugeben. Den Teig zunächst 3 Minuten langsam mischen, dann 6–8 Minuten auf mittlerer Stufe kneten. Er bleibt fest und wirkt deutlich kompakter als ein gewöhnlicher Brotteig.
Daran erkennst du es: Der Teig bleibt fest und wirkt kompakt.
Den Teig auf die leicht angefeuchtete Arbeitsfläche geben und 4–5 Minuten kräftig bearbeiten: wiederholt flach drücken, zusammenfalten und mit dem Handballen nach vorn schieben. Der Teig soll glatter werden und zusammenhalten.
Daran erkennst du es: Der Teig wirkt glatter und hält zusammen.
Den Teig zu einer Kugel formen, in die leicht angefeuchtete Rührschüssel legen und abdecken. Bei etwa 24–26 °C insgesamt 2½–3 Stunden gehen lassen. Nach 60 Minuten und nochmals nach 120 Minuten jeweils einmal dehnen und falten.
Daran erkennst du es: Der Teig ist sichtbar aufgegangen und bleibt dabei fest.
Den Teig vorsichtig auf die Arbeitsfläche geben und zu einem kurzen, kräftigen Bâtard formen. Dafür leicht flach drücken, die beiden Längsseiten zur Mitte falten, anschließend von oben nach unten straff aufrollen und die Naht verschließen. Mit der Naht nach unten auf Backpapier legen, abdecken und 1½–2 Stunden gehen lassen. Der Teig ist bereit, wenn eine eingedrückte Stelle langsam zurückfedert.
Daran erkennst du es: Eine eingedrückte Stelle federt langsam zurück.
Während der letzten Gehzeit den Backofen mit Backstein, Backstahl oder umgedrehtem schweren Backblech auf 240 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das kleine Metallblech auf die untere Schiene stellen. 150 ml Wasser kurz vor dem Backen zum Kochen bringen.
Wichtig: Backofen, Backfläche und Metallblech werden sehr heiß.
Den Laib mit einem scharfen Messer 3–5 flache, leicht schräge Längsschnitte einschneiden. Das Backpapier auf die vorgeheizte Backfläche ziehen, das kochende Wasser vorsichtig in das untere Metallblech geben und die Ofentür sofort schließen.
Wichtig: Kochendes Wasser vorsichtig und mit Abstand in das heiße Metallblech geben; Verbrühungs- und Verbrennungsgefahr.
15 Minuten bei 240 °C backen. Danach die Ofentür kurz öffnen, um überschüssigen Dampf abzulassen, die Temperatur auf 210 °C senken und weitere 20–25 Minuten backen. Der Laib soll kräftig goldbraun sein und beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingen.
Daran erkennst du es: Kräftig goldbraune Kruste und hohler Klang beim Klopfen auf die Unterseite.
Wichtig: Beim Öffnen des Ofens tritt heißer Dampf aus.
Das Pain brié auf ein Kuchengitter setzen und mindestens 1 Stunde auskühlen lassen, bevor du es anschneidest.
Daran erkennst du es: Das Brot ist vollständig ausgekühlt und lässt sich sauber anschneiden.
Gut zu wissen
Französisches T65 ist in gut sortierten Bioläden, Mühlenläden und im Backfachhandel erhältlich. Deutsches Weizenmehl Type 550 ist eine passende Alternative; die Krume wird meist etwas heller und der Geschmack milder.
T80 ist häufig bei französischen Spezialitätenhändlern, in Mühlenläden oder im Onlinehandel erhältlich. Deutsches Weizenmehl Type 812 bringt eine ähnlich leicht herzhafte Note ein.
Verwende den Sauerteig, wenn er sichtbar aufgegangen ist und frisch, mild-säuerlich riecht. Ein nicht aktiver Ansatz verlängert die Gehzeit deutlich.
Die Krume wird meist etwas heller und der Geschmack milder.
Das Weizenmehl Type 65 im gleichen Gewicht durch deutsches Weizenmehl Type 550 ersetzen.
Das Brot behält eine ähnlich leicht herzhafte Note.
Das Weizenmehl Type 80 im gleichen Gewicht durch deutsches Weizenmehl Type 812 ersetzen.
Die 200 ml zuerst verwenden und die übrigen 20 ml erst mit Sauerteig und Salz zugeben.
Den Teig weiter bearbeiten und nicht vorschnell zusätzliches Mehl einarbeiten; bei deutlich zu weicher Konsistenz die Gehzeit und Formbarkeit besonders aufmerksam prüfen.
Nur aktiven, frisch mild-säuerlich riechenden Sauerteig verwenden.
Die Gehzeit verlängern, bis der Teig sichtbar aufgegangen ist und die Druckprobe langsam zurückfedert.
Den Teig vorsichtig auf die Arbeitsfläche geben und nur so weit flach drücken, wie es für das Falten und Aufrollen nötig ist.
Den Laib erneut vorsichtig straff formen und die zweite Gehzeit vollständig abwarten.
Das Brot vollständig auf dem Kuchengitter auskühlen lassen.
Die restliche Krume weiter auskühlen lassen und beim nächsten Mal die Abkühlzeit einhalten.
Eine alltagstaugliche Variante mit deutschen Mehltypen, wenn französische Mehle nicht erhältlich sind.
Das vollständig ausgekühlte Brot bei Raumtemperatur aufbewahren und möglichst innerhalb von zwei Tagen verzehren.
Häufig gefragt
Ja. T65 kann durch deutsches Weizenmehl Type 550 und T80 durch deutsches Weizenmehl Type 812 ersetzt werden. Die Krume wird mit T550 meist etwas heller, während T812 eine ähnlich leicht herzhafte Note einbringt.
Der Teig bleibt fest und wirkt deutlich kompakter als ein gewöhnlicher Brotteig. Nach dem intensiven Bearbeiten soll er glatter werden und zusammenhalten.
Er sollte sichtbar aufgegangen sein und frisch, mild-säuerlich riechen. Ein nicht aktiver Ansatz verlängert die Gehzeit deutlich.
Eine eingedrückte Stelle soll langsam zurückfedern. Federt sie sofort zurück, braucht der Teig meist noch Gehzeit.
Die dichte Krume stabilisiert sich während des Auskühlens. Dadurch lässt sich das Pain brié sauberer anschneiden.
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