Schweineschwarte
Schweineschwarte gibt dem Schmorsud Körper und eine leicht gelierende Konsistenz. Sie ist meist beim Metzger oder an der Fleischtheke auf Vorbestellung erhältlich.
Schmorgericht aus Centre-Val de Loire
Eine Lammkeule mit Knochen wird mit lard gras, Knoblauch, Schweineschwarte, Wurzelgemüse, Kräutern und Schmorsud sieben Stunden lang bei 120 °C gegart. Das Fleisch wird dadurch außergewöhnlich zart und mit Karotten, confiertem Knoblauch sowie eingekochtem Sud serviert.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Dieses regional verankerte Lamm-Schmorgericht aus der Gegend um Chartres im Centre-Val de Loire lebt von seiner langen, schonenden Garzeit. Die Keule schmort dicht verschlossen mit lard gras, Schweineschwarte, Wurzelgemüse, Knoblauch und Kräutern, bis sich das Fleisch beinahe mit dem Löffel lösen lässt.
Das Lamm ist mürbe und saftig, mit einer tiefen, fleischigen Schmoraromatik. Der Sud ist konzentriert und leicht gelierend, die Karotten weich und süßlich, während der confierte Knoblauch eine milde, cremige Würze beiträgt.
Schritt für Schritt
Den Backofen auf 120 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Lammkeule trocken tupfen und an mehreren Stellen mit einem kleinen Messer einschneiden. Die Streifen aus lard gras und die geschälten Knoblauchzehen in die Einschnitte stecken. Die Keule rundum mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen.
Das neutrale Öl in der großen ofenfesten Cocotte erhitzen. Die Lammkeule darin rundum 12 bis 15 Minuten kräftig anbraten, bis sie gleichmäßig gebräunt ist. Herausnehmen und kurz beiseitestellen.
Daran erkennst du es: Die Oberfläche der Keule ist rundum gleichmäßig gebräunt.
Karotten und Zwiebeln in derselben Cocotte etwa 5 Minuten anrösten. Das Tomatenmark einrühren und 1 Minute mitrösten. Mit Cognac ablöschen und 2 Minuten einkochen lassen. Den Weißwein angießen und weitere 3 Minuten köcheln lassen.
Daran erkennst du es: Das Gemüse ist leicht gebräunt und der Alkoholgeruch des Cognacs ist weitgehend verflogen.
Wichtig: Cognac vorsichtig angießen und die aufsteigenden Dämpfe nicht direkt über dem Topf einatmen.
Die Schweineschwarte mit der Hautseite nach unten auf den Boden der Cocotte legen. Die Lammkeule daraufsetzen und Karotten sowie Zwiebeln darum verteilen. Wasser und Kalbsfondpulver verrühren und angießen. Die halbierte Knoblauchknolle, Thymian und Lorbeer dazugeben. Die Flüssigkeit soll etwa bis zu einem Drittel der Keulenhöhe reichen. Die Cocotte dicht verschließen.
Die verschlossene Cocotte in den vorgeheizten Backofen stellen und die Lammkeule 7 Stunden schmoren lassen. Während dieser Zeit den Deckel möglichst nicht öffnen, damit der Schmorsud nicht verdampft.
Daran erkennst du es: Das Fleisch ist so zart, dass es sich beinahe mit dem Löffel lösen lässt.
Die Cocotte aus dem Ofen nehmen. Thymian und Lorbeer entfernen. Die Lammkeule vorsichtig herausheben und 15 Minuten ruhen lassen. Die Karotten beiseitelegen. Den Schmorsud durch ein feines Sieb in einen Topf gießen, das Fett abschöpfen und den Sud bei mittlerer Hitze 10 bis 15 Minuten einkochen lassen. Die Keule kann während des Einkochens ruhen.
Daran erkennst du es: Der entfettete Sud ist konzentriert und leicht eingedickt.
Die Keule mit zwei Löffeln oder einem vorsichtigen Messer in zarte Stücke teilen. Mit den Karotten und dem eingekochten Schmorsud servieren. Die weich gegarte Knoblauchpulpe aus der halbierten Knolle drücken und nach Geschmack in den Sud rühren.
Daran erkennst du es: Das Fleisch lässt sich in zarte Stücke teilen, ohne trocken oder fest zu wirken.
Gut zu wissen
Schweineschwarte gibt dem Schmorsud Körper und eine leicht gelierende Konsistenz. Sie ist meist beim Metzger oder an der Fleischtheke auf Vorbestellung erhältlich.
Lard gras ist ungeräuchertes, festes Schweinefett zum Spicken. Es ist beim Metzger oder in gut sortierten französischen Lebensmittelgeschäften erhältlich.
Die quer halbierte Knoblauchknolle gart im Schmorsud weich. Die Knoblauchpulpe kann am Ende aus der Schale gedrückt und nach Geschmack in den Sud gerührt werden.
Der Sud wird etwas weniger gelatinehaltig und erhält einen kräftigeren Schweinegeschmack.
Die Schweineschwarte durch ungesalzenen Schweinebauch mit Schwarte ersetzen und in großen Stücken auf den Boden der Cocotte legen.
Der Speck bringt mehr Salz und einen leicht speckigen Geschmack mit.
Den ungeräucherten fetten Speck in etwa 1 cm breite Streifen schneiden und wie das lard gras in die Einschnitte der Keule stecken.
Die Cocotte und das Öl gut erhitzen und die Keule 12 bis 15 Minuten rundum bräunen.
Die fehlende Bräunung lässt sich nach dem Schmoren nicht vollständig nachholen; der eingekochte Sud kann jedoch stärker konzentriert werden.
Die Cocotte dicht verschließen und den Deckel während des Schmorens möglichst geschlossen halten.
Falls nötig, den Sud nach dem Schmoren mit etwas Wasser ergänzen und erneut vorsichtig erhitzen; die Konzentration kann dadurch abnehmen.
Die Flüssigkeit bis ungefähr zu einem Drittel der Keulenhöhe auffüllen und die Cocotte dicht verschließen.
Die Stücke im abgesiebten Sud bei niedriger Hitze kurz nachziehen lassen.
Den Sud durch ein feines Sieb gießen, das Fett abschöpfen und 10 bis 15 Minuten einkochen lassen.
Den Sud ohne Deckel weiter einkochen, bis er konzentrierter wirkt.
Lard gras wird durch ungeräucherten fetten Speck ersetzt. Diese Variante bleibt dem Grundverfahren treu, schmeckt aber etwas salziger und speckiger.
Häufig gefragt
Die Lammkeule schmort sieben Stunden bei 120 °C Ober-/Unterhitze in einer dicht verschlossenen Cocotte. Zusätzlich sind etwa 45 Minuten Vorbereitung und 15 Minuten Ruhezeit vorgesehen.
Lard gras ist ungeräuchertes, festes Schweinefett. Es wird in Streifen geschnitten und in die Lammkeule gesteckt, damit das Fleisch beim langen Schmoren aromatischer und saftiger bleibt.
Die Schweineschwarte liegt auf dem Boden der Cocotte und gibt dem Schmorsud Körper sowie eine leicht gelierende Konsistenz.
Die halbierte Knoblauchknolle gart im Schmorsud weich. Am Ende kann die Knoblauchpulpe aus der Schale gedrückt und nach Geschmack in den Sud gerührt werden.
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