Hühnerleber frisch verwenden
Hühnerleber möglichst frisch kaufen und am Tag der Verwendung sorgfältig von Sehnen und sichtbaren Gallenresten befreien. Sie liefert die cremige, würzige Textur der Mousse.
Pâté en croûte aus Île-de-France
Ein französischer Pâté en croûte aus Houdan mit geschichteter Geflügelfüllung, cremiger Geflügellebermousse und Champignonduxelles in einer goldbraun gebackenen Brisée-Hülle.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Der Pâté de Houdan ist ein Pâté en croûte aus Houdan in den Yvelines und damit aus der Île-de-France. Dieses Rezept verbindet Geflügelfleisch, eine cremige Geflügellebermousse und eine würzige Duxelles aus Champignons in einer gebackenen Teighülle. Die Füllung wird geschichtet, über Nacht gekühlt und nach dem Backen mit Gelée ergänzt. Gut gekühlt in Scheiben serviert, kommen die einzelnen Schichten besonders klar zur Geltung.
Die Kruste ist kräftig goldbraun und mürbe, während die Füllung beim Anschneiden klar geschichtet erscheint. Die Geflügelfüllung bleibt saftig und fein strukturiert, die Lebermousse wirkt glatt und würzig, die Duxelles bringt konzentrierte Pilzaromen. Portwein, Cognac und Muskat verleihen Tiefe; gut gekühlt schmeckt der Pâté vollmundig, ausgewogen und fest.
Schritt für Schritt
Mehl, kalte Butter und Salz rasch zu einer krümeligen Mischung verarbeiten. Ei und kaltes Wasser zugeben und nur so lange kneten, bis ein glatter Teig entsteht. Zu einer flachen Scheibe formen, luftdicht verpacken und über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.
Daran erkennst du es: Der Teig ist glatt und zusammenhängend, ohne warm oder schmierig zu werden.
Die Hähnchenbrust in etwa 1 cm breite Streifen schneiden. Die Hähnchenoberkeule sehr fein hacken oder durch den Fleischwolf drehen. Eine Schalotte fein würfeln. Bruststreifen und gehackte Keule mit Salz, weißem Pfeffer, Muskatnuss, Schalotte und dem ersten Portwein vermengen. Abgedeckt über Nacht kalt stellen.
Daran erkennst du es: Die Geflügelstücke sind gleichmäßig gewürzt und vollständig gekühlt.
Wichtig: Die gewürzte Geflügelmischung durchgehend gekühlt und abgedeckt lagern.
Die Hühnerleber sorgfältig von Sehnen und sichtbaren Gallenresten befreien. Den Weißwein aufkochen, die Leber hineingeben und bei geringer Hitze 3 Minuten sanft garen. Abgießen. Die noch warme Leber mit weicher Butter, Sahne, Cognac, Salz, Pfeffer und Muskatnuss fein pürieren. Abdecken und über Nacht kalt stellen.
Daran erkennst du es: Die Leber ist gegart, aber noch saftig; die pürierte Masse ist glatt und homogen.
Wichtig: Die Leber vollständig garen und die Mousse anschließend rasch abkühlen lassen.
Champignons und die zweite Schalotte sehr fein hacken. Die Butter erhitzen, die Schalotte glasig dünsten und Champignons, Zitronensaft, Salz und Pfeffer zugeben. Unter Rühren braten, bis die Flüssigkeit vollständig verdampft ist. Die Duxelles abkühlen lassen, abdecken und über Nacht kalt stellen.
Daran erkennst du es: Die Duxelles ist trocken, konzentriert und enthält keine sichtbare freie Flüssigkeit.
Am nächsten Tag die marinierten Geflügelbestandteile mit Sahne, Eiern, dem zweiten Portwein und der kalten Champignonduxelles gründlich vermengen. Die Masse in drei möglichst gleich große Portionen teilen.
Daran erkennst du es: Die Masse ist gleichmäßig vermengt und die Duxelles verteilt sich ohne Klumpen.
Wichtig: Rohes Geflügel nur mit sauberen Geräten und Händen verarbeiten.
Den Backofen auf 210 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Form fetten. Den Teig etwa 5 mm dick ausrollen. Eine ausreichend große Teigplatte für Boden und Seiten zuschneiden, in die Form legen und an den Seiten 2 bis 3 cm überstehen lassen. Aus den Teigresten passende Stücke für die beiden Stirnseiten und einen Deckel schneiden.
Daran erkennst du es: Der Teig liegt ohne große Lufträume in der Form und steht an den Seiten über.
Ein Drittel der Geflügelmasse auf dem Boden verteilen und leicht andrücken. Die Hälfte der Lebermousse darauf verstreichen. Mit einem weiteren Drittel Geflügelmasse bedecken, danach die restliche Lebermousse auftragen und mit dem letzten Drittel Geflügelmasse abschließen. So entstehen drei Schichten Geflügelmasse und zwei Schichten Lebermousse.
Daran erkennst du es: Die Schichten liegen gleichmäßig und reichen bis an die Ränder der Form.
Den Teigdeckel auflegen und die überstehenden Teigränder darüberklappen. Die Ränder sorgfältig zusammendrücken. Drei etwa 2 cm große Öffnungen in den Deckel schneiden. Das Eigelb verquirlen und die gesamte Teighülle damit bestreichen. Kleine Röllchen aus Alufolie als Dampfkamine in die Öffnungen setzen.
Daran erkennst du es: Die Ränder sind dicht verschlossen und die Oberfläche gleichmäßig mit Eigelb überzogen.
Wichtig: Alufolienröllchen nach dem Backen vorsichtig entfernen, da sie heiß sein können.
Den Pâté de Houdan 60 bis 70 Minuten backen. Die Teighülle soll kräftig goldbraun sein; die Kerntemperatur der Füllung sollte mindestens 70 °C erreichen. Den Pâté aus dem Ofen nehmen und die Alufolienröllchen vorsichtig entfernen.
Daran erkennst du es: Die Teighülle ist kräftig goldbraun und die Füllung erreicht im Kern mindestens 70 °C.
Wichtig: Die Geflügel- und Leberfüllung vollständig durchgaren und die Kerntemperatur an der dicksten Stelle prüfen.
Die Gelatine mit dem kalten Wasser verrühren und kurz quellen lassen. Den Geflügelfond erhitzen, aber nicht mehr sprudelnd kochen lassen. Die gequollene Gelatine darin vollständig auflösen. Die warme Gelée nach und nach durch die Öffnungen in den Pâté gießen, damit sie in die Hohlräume läuft.
Daran erkennst du es: Die Gelatine ist vollständig gelöst und die Gelée lässt sich warm und flüssig einfüllen.
Den Pâté vollständig abkühlen lassen und anschließend über Nacht, besser 24 Stunden, im Kühlschrank fest werden lassen. Danach vorsichtig aus der Form lösen und gut gekühlt in Scheiben schneiden.
Daran erkennst du es: Das Gelée ist fest und die Scheiben behalten beim Schneiden ihre Schichtung.
Wichtig: Bis zum Servieren durchgehend gekühlt halten.
Gut zu wissen
Hühnerleber möglichst frisch kaufen und am Tag der Verwendung sorgfältig von Sehnen und sichtbaren Gallenresten befreien. Sie liefert die cremige, würzige Textur der Mousse.
Roter Portwein bringt Süße und Tiefe in die Geflügelfüllung. Cognac aromatisiert die Lebermousse. Beide Zutaten sind im gut sortierten Supermarkt oder Weinhandel erhältlich.
Die gemahlene Gelatine zunächst im kalten Wasser quellen lassen und anschließend im heißen, nicht mehr sprudelnd kochenden Fond vollständig auflösen.
Die Füllung wird weniger fruchtig und erhält etwas weniger aromatische Tiefe.
Portwein, Cognac und Weißwein vollständig ersetzen und die Flüssigkeiten wie im Rezept verarbeiten.
Die Kruste kann etwas weniger buttrig schmecken; die Mousse wird geringfügig anders und die Variante ist nicht automatisch vegan, da Eier, Geflügel, Sahne und Gelatine enthalten bleiben.
Für den Teig eine feste pflanzliche Backmargarine verwenden. Für Mousse und Duxelles ein geschmacksneutrales Pflanzenfett einsetzen.
Das Pilzaroma wird komplexer und kann kräftiger ausfallen.
Pilze mit ähnlichem Wassergehalt verwenden und ebenso fein hacken. Die Duxelles vollständig trocken braten.
Das Gelée wird fester und kann spröder wirken; die benötigte Menge hängt vom verwendeten Produkt ab.
Nach der Dosieranleitung des Produkts vorgehen und das Agar-Agar im Fond vollständig aufkochen, bevor es eingefüllt wird.
Unter Rühren braten, bis die gesamte sichtbare Flüssigkeit verdampft ist.
Die Duxelles vor dem Vermengen erneut erhitzen und vollständig abtrocknen lassen; anschließend wieder abkühlen.
Alle vorbereiteten Füllungskomponenten vollständig kühlen und erst danach vermengen.
Die vermengte Füllung vor dem Schichten nochmals gründlich kühlen.
Teig nicht ziehen und die Naht rundum fest verschließen.
Kleine sichtbare Risse vor dem Backen mit Teigresten verschließen.
Die Backzeit ab 60 Minuten kontrollieren und stark bräunende Stellen locker abdecken.
Die Oberfläche mit Backpapier oder Folie abdecken und bis zur erforderlichen Kerntemperatur weiterbacken.
Mindestens über Nacht, besser 24 Stunden, im Kühlschrank fest werden lassen.
Die restlichen Stücke wieder vollständig kühlen; bereits zerfallene Scheiben lassen sich nicht sauber zurückformen.
Eine alkoholfreie Füllung mit Geflügelfond und etwas Apfelsaft anstelle von Portwein, Cognac und Weißwein.
Die Champignons werden durch eine Mischung aus verschiedenen Zuchtpilzen ersetzt, um die erdigen Aromen zu verstärken.
Die Teighülle wird etwas dünner ausgerollt und besonders gleichmäßig mit Eigelb bestrichen.
Teig, Geflügelmischung, Lebermousse und Duxelles werden ausdrücklich am Vortag vorbereitet und über Nacht gekühlt. Der gebackene Pâté sollte anschließend nochmals mindestens über Nacht, besser 24 Stunden, mit Gelée fest werden.
Den vollständig ausgekühlten und mit Gelée gefüllten Pâté abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 2 Tagen servieren.
Nicht längere Zeit bei Raumtemperatur stehen lassen; zum Servieren nur die benötigte Menge herausnehmen.
Das Einfrieren ist für diesen Pâté nicht vorgesehen, da Kruste und Gelée an Qualität verlieren können.
Häufig gefragt
Er wird vollständig gekühlt und in Scheiben serviert. Die Kühlung stabilisiert das Gelée und macht die Schichtung beim Schneiden sichtbar.
Überschüssige Flüssigkeit würde die Füllung verwässern und könnte die Kruste von innen durchweichen. Die Duxelles sollte deshalb so lange gebraten werden, bis keine freie Flüssigkeit mehr vorhanden ist.
Ja. Eine Kasten- oder Springform mit etwa 25 × 7 × 7 bis 8 cm ist vorgesehen. Bei deutlich anderer Größe kann sich die Füllhöhe und damit die Backzeit verändern.
Das Gelée füllt die Hohlräume zwischen Kruste und Füllung, gibt zusätzliche Bindung und sorgt für eine saftige, sauber geschnittene Struktur.
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