Pâté de Houdan

Pâté en croûte aus Île-de-France

Ein französischer Pâté en croûte aus Houdan mit geschichteter Geflügelfüllung, cremiger Geflügellebermousse und Champignonduxelles in einer goldbraun gebackenen Brisée-Hülle.

Zum Rezept
Pâté de Houdan aus der Île-de-France
Vorbereitung 2 Std. 30 Min.
Kochen / Backen 70 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 48 Stunden
Gesamtzeit ca. 49 Std. 10 Min.
Menge 8 bis 10 Portionen
Gerichtsform und Gerichtsart Herzhafte Pasteten und Tartes
Prägende Zutatenfamilie Geflügel, Pilze, Weizen
Prägende Zubereitungsverfahren Backen, Braten in wenig Fett, Sanftes Köcheln

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die Kombination aus streifiger Geflügelbrust und fein gehackter Oberkeule sorgt für einen abwechslungsreichen Biss innerhalb der Füllung.
  • Die Geflügellebermousse bringt cremige Textur, Würze und Tiefe, ohne die reine Geflügelbasis zu überdecken.
  • Die konzentrierte Champignonduxelles ergänzt die Füllung mit herzhaften, erdigen Aromen und verhindert eine wässrige Schicht.
  • Die Ruhezeiten stabilisieren Teig, Füllung und Gelée, sodass der Pâté sauber aus der Form gelöst und in präzise Scheiben geschnitten werden kann.

Der Pâté de Houdan ist ein Pâté en croûte aus Houdan in den Yvelines und damit aus der Île-de-France. Dieses Rezept verbindet Geflügelfleisch, eine cremige Geflügellebermousse und eine würzige Duxelles aus Champignons in einer gebackenen Teighülle. Die Füllung wird geschichtet, über Nacht gekühlt und nach dem Backen mit Gelée ergänzt. Gut gekühlt in Scheiben serviert, kommen die einzelnen Schichten besonders klar zur Geltung.

Die Kruste ist kräftig goldbraun und mürbe, während die Füllung beim Anschneiden klar geschichtet erscheint. Die Geflügelfüllung bleibt saftig und fein strukturiert, die Lebermousse wirkt glatt und würzig, die Duxelles bringt konzentrierte Pilzaromen. Portwein, Cognac und Muskat verleihen Tiefe; gut gekühlt schmeckt der Pâté vollmundig, ausgewogen und fest.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Teig und Füllungen vorbereiten

  1. Teig herstellen und kühlen

    Mehl, kalte Butter und Salz rasch zu einer krümeligen Mischung verarbeiten. Ei und kaltes Wasser zugeben und nur so lange kneten, bis ein glatter Teig entsteht. Zu einer flachen Scheibe formen, luftdicht verpacken und über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.

    12 Stunden

    Daran erkennst du es: Der Teig ist glatt und zusammenhängend, ohne warm oder schmierig zu werden.

    • Den Teig nicht länger als nötig kneten, damit die Kruste mürbe bleibt.
  2. Geflügel würzen und kalt stellen

    Die Hähnchenbrust in etwa 1 cm breite Streifen schneiden. Die Hähnchenoberkeule sehr fein hacken oder durch den Fleischwolf drehen. Eine Schalotte fein würfeln. Bruststreifen und gehackte Keule mit Salz, weißem Pfeffer, Muskatnuss, Schalotte und dem ersten Portwein vermengen. Abgedeckt über Nacht kalt stellen.

    12 Stunden

    Daran erkennst du es: Die Geflügelstücke sind gleichmäßig gewürzt und vollständig gekühlt.

    • Rohes Geflügel und Gemüse möglichst getrennt bearbeiten oder das Brett anschließend gründlich reinigen.

    Wichtig: Die gewürzte Geflügelmischung durchgehend gekühlt und abgedeckt lagern.

  3. Lebermousse herstellen

    Die Hühnerleber sorgfältig von Sehnen und sichtbaren Gallenresten befreien. Den Weißwein aufkochen, die Leber hineingeben und bei geringer Hitze 3 Minuten sanft garen. Abgießen. Die noch warme Leber mit weicher Butter, Sahne, Cognac, Salz, Pfeffer und Muskatnuss fein pürieren. Abdecken und über Nacht kalt stellen.

    3 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Leber ist gegart, aber noch saftig; die pürierte Masse ist glatt und homogen.

    • Die Leber nach dem Garen sofort abgießen, damit sie nicht weiter in der heißen Flüssigkeit gart.

    Wichtig: Die Leber vollständig garen und die Mousse anschließend rasch abkühlen lassen.

  4. Champignonduxelles kochen

    Champignons und die zweite Schalotte sehr fein hacken. Die Butter erhitzen, die Schalotte glasig dünsten und Champignons, Zitronensaft, Salz und Pfeffer zugeben. Unter Rühren braten, bis die Flüssigkeit vollständig verdampft ist. Die Duxelles abkühlen lassen, abdecken und über Nacht kalt stellen.

    20 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Duxelles ist trocken, konzentriert und enthält keine sichtbare freie Flüssigkeit.

    • Die Pilzmasse erst vom Herd nehmen, wenn die austretende Flüssigkeit vollständig verdampft ist.

Füllen und verschließen

  1. Geflügelfüllung fertigstellen

    Am nächsten Tag die marinierten Geflügelbestandteile mit Sahne, Eiern, dem zweiten Portwein und der kalten Champignonduxelles gründlich vermengen. Die Masse in drei möglichst gleich große Portionen teilen.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Masse ist gleichmäßig vermengt und die Duxelles verteilt sich ohne Klumpen.

    • Die Füllung möglichst kalt verarbeiten, damit sie stabil bleibt.

    Wichtig: Rohes Geflügel nur mit sauberen Geräten und Händen verarbeiten.

  2. Form mit Teig auslegen

    Den Backofen auf 210 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Form fetten. Den Teig etwa 5 mm dick ausrollen. Eine ausreichend große Teigplatte für Boden und Seiten zuschneiden, in die Form legen und an den Seiten 2 bis 3 cm überstehen lassen. Aus den Teigresten passende Stücke für die beiden Stirnseiten und einen Deckel schneiden.

    20 Minuten 210 °C

    Daran erkennst du es: Der Teig liegt ohne große Lufträume in der Form und steht an den Seiten über.

    • Den Teig beim Auslegen nicht dehnen, sonst zieht er sich beim Backen zusammen.
  3. Füllung schichten

    Ein Drittel der Geflügelmasse auf dem Boden verteilen und leicht andrücken. Die Hälfte der Lebermousse darauf verstreichen. Mit einem weiteren Drittel Geflügelmasse bedecken, danach die restliche Lebermousse auftragen und mit dem letzten Drittel Geflügelmasse abschließen. So entstehen drei Schichten Geflügelmasse und zwei Schichten Lebermousse.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Schichten liegen gleichmäßig und reichen bis an die Ränder der Form.

    • Die Mousseschichten vorsichtig verstreichen, damit die darunterliegende Geflügelschicht nicht verschoben wird.
  4. Deckel anbringen und bestreichen

    Den Teigdeckel auflegen und die überstehenden Teigränder darüberklappen. Die Ränder sorgfältig zusammendrücken. Drei etwa 2 cm große Öffnungen in den Deckel schneiden. Das Eigelb verquirlen und die gesamte Teighülle damit bestreichen. Kleine Röllchen aus Alufolie als Dampfkamine in die Öffnungen setzen.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Ränder sind dicht verschlossen und die Oberfläche gleichmäßig mit Eigelb überzogen.

    • Die Dampfkamine offen halten, damit Dampf während des Backens entweichen kann.

    Wichtig: Alufolienröllchen nach dem Backen vorsichtig entfernen, da sie heiß sein können.

Backen, Gelée und Servieren

  1. Pâté backen

    Den Pâté de Houdan 60 bis 70 Minuten backen. Die Teighülle soll kräftig goldbraun sein; die Kerntemperatur der Füllung sollte mindestens 70 °C erreichen. Den Pâté aus dem Ofen nehmen und die Alufolienröllchen vorsichtig entfernen.

    65 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Teighülle ist kräftig goldbraun und die Füllung erreicht im Kern mindestens 70 °C.

    • Bei ungleichmäßiger Bräunung die stärker bräunenden Stellen locker abdecken.

    Wichtig: Die Geflügel- und Leberfüllung vollständig durchgaren und die Kerntemperatur an der dicksten Stelle prüfen.

  2. Gelée zubereiten und einfüllen

    Die Gelatine mit dem kalten Wasser verrühren und kurz quellen lassen. Den Geflügelfond erhitzen, aber nicht mehr sprudelnd kochen lassen. Die gequollene Gelatine darin vollständig auflösen. Die warme Gelée nach und nach durch die Öffnungen in den Pâté gießen, damit sie in die Hohlräume läuft.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Gelatine ist vollständig gelöst und die Gelée lässt sich warm und flüssig einfüllen.

    • Die Gelée langsam und portionsweise einfüllen, damit sie nicht über die Öffnungen zurückläuft.
  3. Fest werden lassen und servieren

    Den Pâté vollständig abkühlen lassen und anschließend über Nacht, besser 24 Stunden, im Kühlschrank fest werden lassen. Danach vorsichtig aus der Form lösen und gut gekühlt in Scheiben schneiden.

    24 Stunden

    Daran erkennst du es: Das Gelée ist fest und die Scheiben behalten beim Schneiden ihre Schichtung.

    • Für saubere Scheiben das Messer zwischen den Schnitten abwischen und bei Bedarf leicht erwärmen.

    Wichtig: Bis zum Servieren durchgehend gekühlt halten.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Kalt arbeiten: Teig, Geflügelmasse und Lebermousse sollten möglichst kalt verarbeitet werden. Das erleichtert eine stabile Schichtung und verhindert, dass Butter und Fett vor dem Backen aus der Masse treten.
  • Duxelles vollständig einkochen: Die Champignonduxelles muss so lange gebraten werden, bis keine freie Flüssigkeit mehr vorhanden ist. Eine zu feuchte Duxelles kann die Schichten verwässern und die Kruste durchweichen.
  • Dampfkamine offen halten: Die Öffnungen im Deckel dienen dem Dampfabzug und später zum Einfüllen der Gelée. Sie dürfen beim Bestreichen und Backen nicht verschlossen werden.
  • Ruhezeit einplanen: Die abschließende Kühlung ist nicht nur eine kurze Abkühlphase: Das Gelée muss fest werden und die Füllung muss sich stabilisieren. Für die saubersten Scheiben sind 24 Stunden Kühlzeit vorteilhaft.

Zutatenwissen

Hühnerleber frisch verwenden

Hühnerleber möglichst frisch kaufen und am Tag der Verwendung sorgfältig von Sehnen und sichtbaren Gallenresten befreien. Sie liefert die cremige, würzige Textur der Mousse.

Alkoholische Aromen

Roter Portwein bringt Süße und Tiefe in die Geflügelfüllung. Cognac aromatisiert die Lebermousse. Beide Zutaten sind im gut sortierten Supermarkt oder Weinhandel erhältlich.

Gelée stabilisieren

Die gemahlene Gelatine zunächst im kalten Wasser quellen lassen und anschließend im heißen, nicht mehr sprudelnd kochenden Fond vollständig auflösen.

Sinnvolle Alternativen

Alkoholfreier, ungesüßter Geflügelfond und etwas Apfelsaft

Die Füllung wird weniger fruchtig und erhält etwas weniger aromatische Tiefe.

Portwein, Cognac und Weißwein vollständig ersetzen und die Flüssigkeiten wie im Rezept verarbeiten.

Pflanzliche Backmargarine und neutrales Pflanzenfett

Die Kruste kann etwas weniger buttrig schmecken; die Mousse wird geringfügig anders und die Variante ist nicht automatisch vegan, da Eier, Geflügel, Sahne und Gelatine enthalten bleiben.

Für den Teig eine feste pflanzliche Backmargarine verwenden. Für Mousse und Duxelles ein geschmacksneutrales Pflanzenfett einsetzen.

Gemischte Zuchtpilze

Das Pilzaroma wird komplexer und kann kräftiger ausfallen.

Pilze mit ähnlichem Wassergehalt verwenden und ebenso fein hacken. Die Duxelles vollständig trocken braten.

Agar-Agar

Das Gelée wird fester und kann spröder wirken; die benötigte Menge hängt vom verwendeten Produkt ab.

Nach der Dosieranleitung des Produkts vorgehen und das Agar-Agar im Fond vollständig aufkochen, bevor es eingefüllt wird.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Duxelles bleibt wässrig und macht die Füllung instabil.

Unter Rühren braten, bis die gesamte sichtbare Flüssigkeit verdampft ist.

Die Duxelles vor dem Vermengen erneut erhitzen und vollständig abtrocknen lassen; anschließend wieder abkühlen.

Die Füllung wird weich und lässt sich schlecht schichten.

Alle vorbereiteten Füllungskomponenten vollständig kühlen und erst danach vermengen.

Die vermengte Füllung vor dem Schichten nochmals gründlich kühlen.

Gelée oder austretender Fleischsaft läuft aus der Form.

Teig nicht ziehen und die Naht rundum fest verschließen.

Kleine sichtbare Risse vor dem Backen mit Teigresten verschließen.

Die Oberfläche wird dunkel, bevor die Füllung gar ist.

Die Backzeit ab 60 Minuten kontrollieren und stark bräunende Stellen locker abdecken.

Die Oberfläche mit Backpapier oder Folie abdecken und bis zur erforderlichen Kerntemperatur weiterbacken.

Die Scheiben zerfallen und das Gelée ist noch flüssig.

Mindestens über Nacht, besser 24 Stunden, im Kühlschrank fest werden lassen.

Die restlichen Stücke wieder vollständig kühlen; bereits zerfallene Scheiben lassen sich nicht sauber zurückformen.

Varianten

Alkoholfreier Pâté de Houdan

Eine alkoholfreie Füllung mit Geflügelfond und etwas Apfelsaft anstelle von Portwein, Cognac und Weißwein.

Pâté mit gemischter Pilzduxelles

Die Champignons werden durch eine Mischung aus verschiedenen Zuchtpilzen ersetzt, um die erdigen Aromen zu verstärken.

Dünnere, stärker gebräunte Kruste

Die Teighülle wird etwas dünner ausgerollt und besonders gleichmäßig mit Eigelb bestrichen.

Servieren und kombinieren

  • Gut gekühlt in Scheiben: Den Pâté de Houdan gut gekühlt in etwa 1 cm dicken Scheiben servieren. So bleiben Kruste, Geflügelfüllung, Lebermousse und Duxelles klar voneinander erkennbar.
  • Mit grünem Salat: Ein schlicht angemachter grüner Salat bringt Frische und Säure als Gegengewicht zur reichhaltigen Geflügel- und Leberfüllung.
  • Mit Senf und Cornichons: Etwas grober Senf und säuerliche Cornichons passen als würzige Begleiter zu den cremigen und erdigen Aromen des Pâtés.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Teig, Geflügelmischung, Lebermousse und Duxelles werden ausdrücklich am Vortag vorbereitet und über Nacht gekühlt. Der gebackene Pâté sollte anschließend nochmals mindestens über Nacht, besser 24 Stunden, mit Gelée fest werden.

Aufbewahren

Den vollständig ausgekühlten und mit Gelée gefüllten Pâté abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 2 Tagen servieren.

Nicht längere Zeit bei Raumtemperatur stehen lassen; zum Servieren nur die benötigte Menge herausnehmen.

Einfrieren

Das Einfrieren ist für diesen Pâté nicht vorgesehen, da Kruste und Gelée an Qualität verlieren können.

Allergene und Nährwerte

  • Glutenhaltiges Getreide: enthält · Die Teighülle enthält Weizenmehl.
  • Eier: enthält · Ei wird im Teig, zum Bestreichen und zur Bindung der Geflügelfüllung verwendet.
  • Milch: enthält · Butter und Sahne sind Bestandteil von Teig, Mousse, Geflügelfüllung und Duxelles.

Lebensmittelsicherheit

  • Rohes Geflügel kühlen: Die vorbereitete Geflügelmischung und die Lebermousse abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren und nicht unnötig bei Raumtemperatur stehen lassen.
  • Geflügel und Leber vollständig garen: Den Pâté vollständig durchbacken und die Kerntemperatur der Füllung an der dicksten Stelle prüfen; der Rezeptschritt nennt mindestens 70 °C.
  • Nach dem Backen kühlen: Den Pâté nach dem Backen vollständig abkühlen lassen, mit Gelée füllen und bis zum Servieren durchgehend im Kühlschrank fest werden lassen.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Wird der Pâté de Houdan warm oder kalt serviert?

Er wird vollständig gekühlt und in Scheiben serviert. Die Kühlung stabilisiert das Gelée und macht die Schichtung beim Schneiden sichtbar.

Warum muss die Champignonduxelles vollständig trocken sein?

Überschüssige Flüssigkeit würde die Füllung verwässern und könnte die Kruste von innen durchweichen. Die Duxelles sollte deshalb so lange gebraten werden, bis keine freie Flüssigkeit mehr vorhanden ist.

Kann ich auch eine Kastenform verwenden?

Ja. Eine Kasten- oder Springform mit etwa 25 × 7 × 7 bis 8 cm ist vorgesehen. Bei deutlich anderer Größe kann sich die Füllhöhe und damit die Backzeit verändern.

Wozu wird Gelée eingefüllt?

Das Gelée füllt die Hohlräume zwischen Kruste und Füllung, gibt zusätzliche Bindung und sorgt für eine saftige, sauber geschnittene Struktur.

Aus unserer Küche

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