Was ist eine Rouelle?
Eine Rouelle ist eine quer geschnittene, runde Scheibe aus der Schweinekeule. Ein Knochen in der Mitte ist möglich und gibt dem Schmorgericht zusätzlichen Charakter.
Picardisches Schmorgericht
Eine picardische Rouelle vom Schwein schmort auf vielen Zwiebeln mit Apfelessig, trockenem Cidre und kräftiger Brühe zu einem zarten Hauptgericht mit säuerlichem Jus.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Caghuse ist ein eigenständiges picardisches Schweinegericht aus der heutigen Region Hauts-de-France. Eine dicke Rouelle vom Schwein schmort auf Zwiebeln im Ofen mit Apfelessig, Cidre und Brühe, bis das Fleisch weich ist und die Zwiebeln den säuerlichen Jus aromatisieren. Diese Fassung konzentriert sich auf Schwein und Zwiebeln.
Das Fleisch wird weich und saftig, während die Zwiebeln weich schmoren und an den Rändern Farbe bekommen. Der Jus schmeckt kräftig, fruchtig und angenehm säuerlich; Lorbeer und Thymian geben ihm eine herzhafte Kräuternote.
Schritt für Schritt
Die Zwiebeln schälen und in dicke Spalten schneiden. Die Rouelle trocken tupfen und rundum mit Salz und Pfeffer würzen.
Butter und Öl in der großen ofenfesten Cocotte bei mittlerer bis hoher Hitze erhitzen. Die Rouelle rundum kräftig anbraten, insgesamt etwa 8 bis 10 Minuten. Das Fleisch anschließend herausnehmen.
Daran erkennst du es: Die Oberfläche ist rundum kräftig gebräunt.
Wichtig: Beim Wenden auf heißes Fett und spritzendes Bratfett achten.
Zwei Drittel der Zwiebeln in die Cocotte geben und 5 Minuten im Bratfett anschwitzen. Die Rouelle darauflegen und mit den übrigen Zwiebeln bedecken. Lorbeer und Thymian dazwischenlegen.
Daran erkennst du es: Die Zwiebeln sind leicht weich geworden, ohne stark zu bräunen.
Den Apfelessig in einem kleinen Topf kurz aufkochen. Vorsichtig rund um das Fleisch in die Cocotte gießen. Cidre und Rinderbrühe hinzufügen.
Wichtig: Den heißen Essig vorsichtig und nicht direkt auf die Hände oder das Gesicht zugießen.
Die Cocotte mit dem Deckel verschließen und in den kalten Backofen stellen. Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze einstellen und die Rouelle insgesamt 2 Stunden 30 Minuten schmoren lassen. Nach 1 Stunde 15 Minuten das Fleisch wenden und mit der Garflüssigkeit übergießen.
Daran erkennst du es: Das Fleisch wird zunehmend weich und lässt sich beim Wenden vorsichtig mit der Garflüssigkeit übergießen.
Wichtig: Beim Öffnen der Cocotte entweicht heißer Dampf; Deckel vom Körper weg abheben.
Für die letzten 20 Minuten den Deckel abnehmen, damit die Oberfläche leicht bräunt und die Zwiebeln Farbe bekommen. Die Rouelle ist fertig, wenn ein Messer leicht in das Fleisch gleitet.
Daran erkennst du es: Ein Messer gleitet leicht in das Fleisch; die Oberfläche und die Zwiebeln haben etwas Farbe bekommen.
Das Fleisch 15 Minuten in der Cocotte ruhen lassen. Anschließend in Scheiben schneiden, mit den geschmorten Zwiebeln anrichten und mit dem eigenen Jus übergießen.
Daran erkennst du es: Die Rouelle lässt sich nach der Ruhezeit sauberer in Scheiben schneiden.
Gut zu wissen
Eine Rouelle ist eine quer geschnittene, runde Scheibe aus der Schweinekeule. Ein Knochen in der Mitte ist möglich und gibt dem Schmorgericht zusätzlichen Charakter.
Trockener Cidre hält die Garflüssigkeit fruchtig und säuerlich, ohne sie unnötig süß zu machen.
Die Zwiebeln bilden sowohl die aromatische Grundlage als auch die direkte Begleitung der Rouelle. Sie dürfen beim Einschichten reichlich unter und über dem Fleisch liegen.
Das Fleisch kann etwas faseriger werden und verliert die typische runde Form der Rouelle.
Die Schweineschulter wie die Rouelle trocken tupfen, würzen, rundum anbraten und nach derselben Methode schmoren. Gegen Ende mit dem Messer die Weichheit prüfen; je nach Form kann die Garzeit abweichen.
Die Rouelle gründlich trocken tupfen und Butter und Öl vor dem Anbraten ausreichend erhitzen.
Die Rouelle während des Schmorens weitergaren; zusätzliche Bräunung ist nur begrenzt möglich, ohne das Fleisch auszutrocknen.
Die Zwiebeln nur 5 Minuten anschwitzen und darauf achten, dass die Flüssigkeit nach dem Angießen gleichmäßig verteilt ist.
Verbrannte Zwiebelstücke entfernen und die verbleibenden Zwiebeln mit dem Jus weitergaren.
Die Garprobe mit einem Messer durchführen und bei Bedarf weiter zugedeckt schmoren.
Die Cocotte wieder abdecken und das Fleisch in kurzen Intervallen weitergaren, bis das Messer leicht eindringt.
Eine Schweineschulter ersetzt die Rouelle. Das Gericht bleibt ein säuerliches Schweineschmorgericht mit Zwiebeln, verliert aber die runde Form der Rouelle.
Die Caghuse vollständig schmoren, abkühlen lassen und abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Zum Servieren langsam und zugedeckt erwärmen; die Zwiebeln und den Jus dabei mit dem Fleisch aufbewahren.
Reste innerhalb von zwei Stunden nach dem Servieren abkühlen lassen, abdecken und im Kühlschrank lagern. Fleisch, Zwiebeln und Jus gemeinsam aufbewahren.
Nicht längere Zeit bei Raumtemperatur stehen lassen.
Fleisch, Zwiebeln und Jus portionsweise in gefriergeeignete, gut schließende Behälter geben und vollständig abgekühlt einfrieren.
Über Nacht im Kühlschrank auftauen und anschließend gründlich erhitzen.
Die Zwiebeln können nach dem Auftauen weicher werden; der Jus lässt sich beim Erwärmen wieder verbinden.
Häufig gefragt
Eine Schweineschulter am Stück ist eine brauchbare Alternative. Sie kann etwas faseriger werden und verliert die typische runde Form, wird aber nach derselben Methode geschmort.
Für dieses Gericht eignet sich trockener Cidre, weil er die säuerliche Garflüssigkeit fruchtig ergänzt, ohne sie deutlich zu versüßen.
Ein Messer sollte leicht in das Fleisch gleiten. Wenn das Stück noch fest ist, die Cocotte wieder abdecken und weiter schmoren, bis die gewünschte Weichheit erreicht ist.
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