Wildhase vorbestellen
Küchenfertigen Wildhasen erhältst du meist beim Wildhändler, in ausgewählten Metzgereien oder auf Vorbestellung. Bereits in 8 Stücke geteilt lässt er sich direkt im Schmortopf verwenden.
Wildgericht aus dem Elsass
Kräftiger elsässischer Hasepfeffer aus mariniertem Wildhasenfleisch, Pinot Noir, Speck, Waldpilzen sowie einer traditionellen Bindung mit Hasenleber und Blut. Dazu werden elsässische Spätzle serviert.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Hasepfeffer ist im Elsass, heute Teil der Region Grand Est, die Bezeichnung für ein würziges Civet de lièvre au poivre. Für diese Variante wird Wildhase 12 bis 24 Stunden in Pinot Noir, Cognac und Gewürzen mariniert, anschließend langsam geschmort und mit Leber sowie Blut gebunden. Frisch zubereitete elsässische Spätzle nehmen die dunkle, aromatische Sauce besonders gut auf.
Das Ragout duftet nach Pinot Noir, Thymian und schwarzem Pfeffer. Die Sauce ist dunkel, sämig und würzig, mit erdigen Pilznoten, kräftigem Speckaroma und einer feinen herben Tiefe. Das Wildhasenfleisch wird zart und löst sich leicht vom Knochen, während die Spätzle weich und buttrig auf der Zunge liegen.
Schritt für Schritt
Eine Zwiebel und die Möhren schälen und in Scheiben schneiden. Die zweite Zwiebel grob würfeln. Den Knoblauch leicht andrücken. Pinot Noir, Cognac, 30 ml Öl, Zwiebeln, Möhren, Knoblauch, Lorbeer, Thymian, Nelke und Pfefferkörner in einer großen Schüssel verrühren.
Die Hasenstücke in die Marinade legen, abdecken und 12 bis 24 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Nach etwa der Hälfte der Zeit wenden.
Wichtig: Wildhasenfleisch während der gesamten Marinierzeit gut gekühlt halten.
Das Fleisch aus der Marinade nehmen und gründlich trocken tupfen. Die Marinade durch ein Sieb gießen und Flüssigkeit sowie Gemüse getrennt auffangen. Leber und Blut bis zur Verwendung gut gekühlt aufbewahren.
Wichtig: Hasenleber und Hasenblut bis zur Verarbeitung durchgehend gekühlt halten.
Den Bauchspeck in einer großen schweren Cocotte bei mittlerer Hitze auslassen. Die Speckwürfel herausnehmen. 30 g Butter und bei Bedarf 20 ml Öl in die Cocotte geben. Die Hasenstücke portionsweise rundum kräftig anbraten, dann ebenfalls herausnehmen.
Daran erkennst du es: Die Hasenstücke sind rundum gebräunt, aber noch nicht durchgegart.
Das Marinadengemüse in der Cocotte etwa 5 Minuten anrösten. Das Mehl darüberstreuen und unter Rühren 1 bis 2 Minuten anschwitzen, ohne es dunkel werden zu lassen.
Daran erkennst du es: Das Gemüse ist leicht angeröstet und das Mehl hell angeschwitzt.
Die aufgefangene Marinade langsam angießen und dabei den Bratensatz vom Boden lösen. Hasenstücke und Speck zurück in die Cocotte geben. Die Flüssigkeit soll das Fleisch knapp umgeben. Falls nötig, mit etwas Wasser ergänzen. Aufkochen lassen, dann die Hitze reduzieren.
Daran erkennst du es: Der Bratensatz ist gelöst und die Sauce verbindet sich mit dem Mehl.
Den Hasepfeffer zugedeckt etwa 1 Stunde und 20 Minuten sanft schmoren lassen. Das Fleisch gelegentlich wenden und darauf achten, dass die Sauce nur leise köchelt.
Daran erkennst du es: Das Fleisch ist deutlich zarter, aber noch nicht vollständig vom Knochen gelöst.
Wichtig: Die Sauce während des Schmorens heiß halten und das Fleisch vollständig durchgaren.
Inzwischen die kleinen Zwiebeln mit 10 g Butter in einer Pfanne goldbraun braten. Die Pilze dazugeben und 5 bis 7 Minuten braten, bis ihre Flüssigkeit verdampft ist. Beides beiseitestellen.
Daran erkennst du es: Die Zwiebeln sind goldbraun und die Pilze nicht mehr wässrig.
Nach 1 Stunde und 20 Minuten Garzeit Zwiebeln und Pilze zum Hasepfeffer geben. Weitere 20 bis 25 Minuten schmoren, bis sich das Fleisch leicht vom Knochen löst.
Daran erkennst du es: Das Fleisch löst sich leicht vom Knochen und die Pilze sowie Zwiebeln sind weich.
Die Hasenstücke aus der Sauce nehmen und zugedeckt warm halten. Die Leber fein hacken oder durch ein Sieb streichen. Mit dem Blut und dem frisch gemahlenen Pfeffer verrühren. Etwa 150 ml heiße Sauce nach und nach unter die Blut-Leber-Mischung rühren.
Wichtig: Leber und Blut nur aus vertrauenswürdiger, gekühlter Ware verwenden.
Die Mischung zurück in die Cocotte geben und unter ständigem Rühren vorsichtig erhitzen, bis die Sauce sämig bindet. Nicht sprudelnd kochen lassen. Die Hasenstücke wieder einlegen und den Hasepfeffer mit Salz abschmecken.
Daran erkennst du es: Die Sauce ist sämig und haftet leicht am Kochlöffel.
Wichtig: Die Sauce vollständig erhitzen, aber nicht sprudelnd kochen lassen.
Für die Spätzle Mehl, Eier, Wasser, Salz und Muskatnuss zu einem zähen, glatten Teig verrühren. Den Teig 10 Minuten ruhen lassen.
Daran erkennst du es: Der Teig ist zäh, glatt und fällt schwer vom Löffel.
Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Den Teig portionsweise durch eine Spätzlepresse oder einen Spätzlehobel ins kochende Wasser geben. Sobald die Spätzle an die Oberfläche steigen, mit einer Schaumkelle herausheben und kurz abtropfen lassen.
Daran erkennst du es: Die Spätzle steigen an die Oberfläche und sind fest, aber noch weich.
Wichtig: Beim Arbeiten mit kochendem Wasser vorsichtig vorgehen.
Die Spätzle in 30 g Butter schwenken. Den Hasepfeffer mit reichlich Sauce und den Spätzle sofort servieren.
Daran erkennst du es: Die Spätzle sind glänzend mit Butter überzogen und warm.
Gut zu wissen
Küchenfertigen Wildhasen erhältst du meist beim Wildhändler, in ausgewählten Metzgereien oder auf Vorbestellung. Bereits in 8 Stücke geteilt lässt er sich direkt im Schmortopf verwenden.
Hasenleber und Hasenblut solltest du zusammen mit dem Wildhasen beim Wildhändler oder Metzger vorbestellen. Beides bis zur Verarbeitung gut gekühlt halten.
Je nach Saison passen Pfifferlinge, Steinpilze oder gemischte Zuchtpilze. Braune Champignons sind eine gut erhältliche, mildere Alternative.
Die Sauce wird heller und weniger charakteristisch, bleibt aber gebunden.
Das Hasenblut weglassen. 1 Esslöffel Speisestärke mit kaltem Wasser glatt rühren und am Ende in die heiße Sauce einarbeiten. Die Sauce anschließend kurz andicken lassen, ohne sie stark aufzukochen.
Die Pilze schmecken milder und weniger erdig.
Die Waldpilze im gleichen Gewicht durch geputzte, in Stücke geschnittene braune Champignons ersetzen und nach Rezept braten.
Die Mischung nur vorsichtig erhitzen und ständig rühren.
Die Sauce sofort von der Hitze nehmen und vorsichtig mit etwas heißer Sauce glattrühren. Nicht erneut sprudelnd kochen.
Nur sanft schmoren lassen und die Flüssigkeit regelmäßig kontrollieren.
Das Fleisch in die Sauce zurückgeben und bei sehr kleiner Hitze zugedeckt weiterziehen lassen.
Das Mehl nur 1 bis 2 Minuten hell anschwitzen und die Marinade langsam unter Rühren zugießen.
Falls der bittere Geschmack stark ist, die Sauce abseihen und mit einer frischen, hellen Bindung neu ansetzen.
Die Pilze bei mittlerer bis kräftiger Hitze braten, bis ihre Flüssigkeit verdampft ist.
Die Pilze kurz separat weiterbraten und erst dann zum Ragout geben.
Den Teig zäh und glatt rühren und vor dem Garen 10 Minuten ruhen lassen.
Etwas Mehl unterarbeiten, den Teig erneut glatt rühren und kurz ruhen lassen.
Eine alltagstaugliche Variante mit milden braunen Champignons anstelle von saisonalen Waldpilzen.
Die traditionelle Blutbindung wird durch eine Speisestärkebindung ersetzt. Die Sauce bleibt sämig, wird jedoch heller und weniger charakteristisch.
Die Marinade und die Hasenstücke können 12 bis 24 Stunden vor dem Schmoren vorbereitet und zugedeckt im Kühlschrank aufbewahrt werden. Leber und Blut bis zur Verwendung separat gut gekühlt halten.
Häufig gefragt
Du kannst 1 Esslöffel Speisestärke mit kaltem Wasser anrühren und die Sauce damit binden. Sie wird dadurch heller und weniger charakteristisch als mit der traditionellen Blutbindung.
Je nach Saison passen Pfifferlinge, Steinpilze oder gemischte Waldpilze. Braune Champignons sind eine gut erhältliche Alternative, schmecken aber milder.
Die Hasenstücke sollten 12 bis 24 Stunden zugedeckt im Kühlschrank marinieren. Nach etwa der Hälfte der Zeit werden sie gewendet.
Frisch zubereitete elsässische Spätzle passen besonders gut, weil sie die dunkle, würzige Sauce aufnehmen.
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